Rückblick

Das war’s! 92 Tage in Freiheit, Unbeschwertheit und frei von Verpflichtungen. An das einfache Leben mit dem Rucksack könnte man sich gut gewöhnen. Diese Reise war ein einmaliges Erlebnis für mich, welche mir noch lange in Erinnerung bleiben wird. Sie hat mich in meiner Persönlichkeit wohl kaum grundlegend verändert, jedoch haben mich die vielen Eindrücke auf jeden Fall sehr bereichert und ich werde die gesammelten Erfahrungen mit auf meinen weiteren Weg nehmen. In gewisser Hinsicht hat es mir auch etwas die Augen geöffnet. Denn das Leben findet hier draussen in der Welt statt, und nicht im Grossraumbüro vor dem Notebook.
Es gibt kein Land, welches ich am schönsten oder am besten gefunden hätte. Jeder Abschnitt hatte seine Besonderheiten:
Die Reise in der Transsib liess mich die Zeit vergesssen, führte mich durch verschieden Völker und ich lernte viele Leute kennen.
China war für mich eine neue Welt, welche ich zuvor nur von Bildern und Filmen her kannte.
In Japan war ich begeistert von dem kultivierten und fortschrittlichen Lebensstil und dem feinen Essen.
In Vietnam genossen wir eine schöne, abwechlungsreiche Zeit mit vielen positiven Erlebnissen.
Und in Neuseeland konnte ich mich nochmals so richtig austoben und die atembraubenden Landschaften bestaunen.
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Die 3 Monate waren für mich von der Zeitdauer her ideal für eine solche Reise. Man kann sich auf jeden Fall gut erholen und kann trotzdem die Ereignisse noch verarbeiten. Wenn die Reise noch länger gedauert hätte, hätte ich zwischendurch wieder eine neue Beschäftigung gebraucht, um mich für eine Weiterreise neu motivieren zu können. Mit diesem letzten Eintrag ist auch mein Reiseblog zu Ende. In ein paar Monaten werde ich dieses Tagebuch gerne selbst nochmals durchlesen und mir so die Reise in Gedanken nochmals Revue passieren lassen.
Nun freue ich mich meine Frau, Familie und Freunde wieder zu sehen, und bin bereit für die nächsten Abenteuer, zuhause.

See you soon.

Olivier

Fazit Neuseeland

Neuseeland ist ein wirkliches Naturparadies. Was man hier zu sehen bekommt ist atemberaubend und man kann sich kaum sattsehen von der bezaubernden Schönheit des Landes. Durch die geografische Isolation der Inseln hat sich hier ein einzigartiges Ökosystem entwickelt. Man findet hier Pflanzen und Tiere, welche nur hier anzutreffen sind. Speziell ist, dass es hier ursprünglich keine Landessäugetiere gab. Somit hatten die vielen Vogelarten, welche teils gar nicht fliegen können, keine natürlichen Feinde auf dem Boden. Leider wurden aber bereits mit der ersten Besiedlung diverse Tiere hierher verschleppt, wie zum Beispiel Ratten, Hasen, Wiesel, Igel, Hunde, Katzen oder der Possum von Australien. Diese Tiere haben den Bestand einiger Vögel leider schon bedrohlich dezimiert. Wie z.B. auch den des Kiwis, Neuseelands Nationalvogel. Es werden nun überall in den Nationalparks Fallen aufgestellt, um die Population der importierten Tiere wieder zu reduzieren und so die Vogelarten vor dem Aussterben zu schützen.
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Weka
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Takahe
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Viele Touristen fokusieren sich eher auf die Südinsel, wobei mir jetzt die Nordinsel genauso gefallen hat. 4 Wochen ist schon mindestens die Zeit, die man einrechnen muss, um beide Inseln zu bekunden, denn die Distanzen sind lang und die Strassen sehr kurvenreich. Ich habe in den 4 Wochen 4432 km zurückgelegt. Natürlich könnte man hier noch viel mehr Zeit verbringen, denn die echte Schönheit ist an den abgelegenen Plätzen in den Nationalparks zu finden und nicht an den offensichtlichen Orten auf den Touristenrouten, wo jeder mal schnell einen Foto-Stopp macht und dann gleich wieder weiter fährt. Ich hätte hier gerne noch ein paar weitere Orte gesehen und ein paar Wanderungen mehr gemacht, aber die Zeit war zu knapp oder der Weg dorthin war mir zu weit. Nichts desto trotz habe ich, nicht zuletzt wegen des schönen Wetters und den langen Tagen, meine Zeit hier gut ausnützen können und habe viel gesehen und erlebt. In den Hostels trifft man viele junge Reisende, mit denen man sich austauschen kann. Der grösste Anteil der Touristen kommt von Deutschland oder England. Mit den Inselbewohnern hatte ich einige Smalltalks. Oft erschienen sie mir aber etwas kurz angebunden. Vermutlich haben sie genug von den Touristen. Mit den Maori, welche im 14. Jahrhundert aus Polinesien hierher gezogen sind, haben sie sich offenbar gut arrangiert. Was sie aber zu stören scheint, ist die stetige Immigration, jedenfalls äusserten sich einige nicht gerade so Begeistert über die Besucher, welche dann einfach hier bleiben würden. Diese Haltung wunderte mich schon ein wenig. Vermutlich hat man bereits Vergessen, dass alle Leute hier vor nicht allzu langer Zeit eingewandert sind. Sie müssten nur mal zum Vergleich die Situation in Europa sehen, dann wären sie vermutlich schnell wieder zufrieden. Die Neuseeländer sind sehr naturverbunden und umweltbewusst. Das ermitteln sie einem auch gerne beim Besuch der Nationalparks. Den Courmet-Preis verdienen die Neuseeländer jedoch nicht. Ich empfand das Essen hier als etwas einfältig. In den grösseren Orten kann man auf asiatische oder indische Restaurants ausweichen. Auch das Angebot in den Läden war manchmal etwas dürftig.
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Die Entscheidung mit einem kleinen Mietauto zu reisen, war die Richtige. Es gäbe hier alternativ auch Reisebusse, jedoch bringen diese einem nur in die grösseren Orte. Mit dem eigenen Fahrzeug ist man jedoch flexibel und sieht auch die abgelegenen Sehenswürdigkeiten. Besonders spannend stelle ich mir das Reisen hier mit einem eigenen Minivan oder Zelt vor, denn es gibt viele tolle Plätze in der Natur zum Campieren, man muss nicht zwingend auf einen Campingplatz gehen zur Übernachtung.
Die Jahreszeit war auch optimal. Wie man auf den Bildern unschwer erkennen kann, war ich oft völlig alleine, keine Menschenseele weit und breit. Das habe ich sehr genossen, wobei es zu zweit natürlich viel mehr Spass gemacht hätte. Jetzt wo sich die Sommerferien nähern und sich die Schauplätze immer mehr mit Touristen und einheimischen Urlauber füllen, mache ich mich wieder aus dem Staub. 🙂
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Christchurch

Der Fahrt nach Christchurch dauerte wieder viel länger als vorgesehen. Nicht etwa wegen Stau oder schlechten Strassenverhältnissen, sondern wegen den vielen Lookouts bei denen ich immer wieder einen Stopp einlegen musste. Die Strassen hier sind übrigens in einem sehr guten Zustand und das Autofahren durch die bezaubernde Landschaft macht einfach nur Spass.
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Lake Wakatipu, südlich von Queenstown
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Old Cromwell Town
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Bungee Jumping
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Mount Cook
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Lake Pukaki. Hier hätte ich eigentlich gerne noch einen Tag verbracht, weil es dem See entlang eine Mountain Bike Strecke gibt. Leider reichte die Zeit nicht mehr aus dafür. Nächstes Mal! 😉
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Lake Tekapo. Nimmt mich wunder wieviel Phosphor die hier in die Seen kippen, damit die so hell leuchten. Amazing!

Christchurch wurde im September 2010 und im Februar 2011 von zwei schweren Erdbeben erschüttert, wobei letzteres in der Innenstadt viele Gebäude zerstörte und 185 Einwohnern das Leben kostete. Ich war ziemlich erstaunt darüber, wieviele eingestürzte Gebäude hier nach drei Jahren immer noch zu sehen sind. Die Innenstadt gleicht immer noch einer Geisterstadt. Viele Einwohner haben nach dem Erdbeben die Stadt verlassen.
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Camelot Kathedrale
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Viele Shops wurden behelfsmässig in Schiffscontainer eingerichtet.
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Aussicht auf die Pegasus Bay
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Noch ein letzter Tag am Beach geniessen, bevors am Abend auf den 33-stündigen Heimflug über Los Angeles geht.

Milford Sound

Heute stand mit der Besichtigung des Milford Sound ein weiteres Highlight auf dem Programm. Der Milford Sound ist ein 15 km langer Fjord, welcher mit dem Boot befahren werden kann. Der Fjord ist ein faszinierendes Naturspektakel und steht unter Weltkulturerbe. Dieser wird aber auch in allen Reiseführern propagiert und und ist daher ein besonders begehrtes Touristenziel. Nicht desto trotz muss man das unbedingt gesehen haben, sonst verpasst man etwas. Ich machte mich bereits um 6 Uhr morgens auf den Weg, so dass ich den hinfahrenden Touristenbussen um Stunden voraus war. Bereits die zweistündige Fahrt dort hin war ausgezeichnet mit wunderschönen Aussichtspunkten auf Berge, Flüsse und Seen, sowie Campingplätzen und kurzen Wanderungen.
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Lake Te Anau
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Mirror Lake
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Lupinien
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Die frechen Vögel musste ich verscheuchen, weil sie sich an den Gummidichtungen von meinem Fahrzeug zu schaffen machten.
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Panorama (Divine)
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Die 2-stündige Fahrt mir dem Boot war sehr eindrücklich. Wir wurden sehr nahe an Klippen mit Seehunden und tosende Wasserfälle herangeführt. Wir hatten Glück und sahen sogar eine Gruppe von Delphinen, welche direkt unter unserem Boot vorbeizogen. Dass sich das Wetter wiedrum von der besten Seite her präsentierte, muss ich hier nicht nochmals explizit erwähnen. Nun muss ich dieses Naturpardies leider verlassen und mich langsam auf den Weg nach Christchurch machen, was meine letzte Destination sein wird. Noch etwa 1000 km liegen vor mir.
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Seehunde
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Delfine
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Kepler Track

Ich wollte unbedingt nochmals eine mehrtägige Wanderung im Süden machen. Hier in Te Anau, südlich von Queenstown, befinden sich gleich drei von Neuseeland’s Great Walks. Der Routeburn, der Milford und der Kepler Track. Eigentlich favorisierte ich den Routeburn Track, weil ich Vorfeld schon faszinierende Videotrailers im Youtube davon gesehen habe. Da dieser aber keine Rundwanderung ist, ist mir der Aufwand für Logistik und Transport zu gross geworden. Und der Milford Track war schon komplett ausgebucht. Also entschied ich mich für den etwas weniger bekannten, dafür anspruchsvolleren Kepler Track. Die beiden Tage zuvor waren hier anscheinend kalt, regnerisch und sehr windig. Im Informationszentrum, wo man die Reservation der Hütten für die Übernachtung vornimmt, hat man mir gesagt, dass man den oberen Wegabschnitt wegen Schneefalls gesperrt hat. Da aber die Wetteraussichten für die kommenden Tage wieder gut aussahen, konnte ich die 3-tägige Wanderung am folgenden Tag starten. Die 60 km lange Wanderung wird eigentlich als 4-Tagestour vorgeschlagen. Als geübter schweizer Hobbywanderer kann man das aber auch in 3 Tagen schaffen. Der erste und dritte Tag verlief grösstenteils im Küstenwald. Man passierte Flüsse, Wasserfälle und herrliche Seeufer. Der zweite Tag verlief weitgehend auf dem Bergkamm. Die Aussicht auf die noch mit Neuschnee gepuderten Berggipfel, den stahlblauen See und die unberührte Natur war einfach atemberaubend. Und ich hatte wieder mal unglaubliches Glück mit dem Wetter. Ich weiss langsam auch nicht mehr, wie ich das verdient habe, denn ich habe schon Geschichten gehört, dass es hier wochenlang regnen könne. Von dem kriege ich nicht viel mit.
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Let’s go!
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Noch sehen die Berggipfel etwas ungemütlich aus…
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Küstenwald
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Farn, Farn, Farn
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Seeufer
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1. Übernachtung – Die Hütte hatte kein Strom, es konnte aber mit Gas gekocht werden. In der Nacht wurde es wieder mal Saukalt in meinem Sommerschlafsack.
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Der Gipfel wäre geschafft.
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Panorama
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Wie ihr seht, habe ich hier auch Schnee 🙂
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Gratwanderung
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Fantastisch!

Westcoast Experience

An der Westküste der Südinsel, oder Wet Coast, wie sie von den Kiwis mit der Anspielung auf den häufigen Regen auch genannt wird, verläuft die beliebte Touristenroute. Die Strasse führt durch endlose Küstenwälder, historische Orte und Gebirgslandschaften. Hier bin ich dann tatsächlich hin und wieder mit kurzen Regenphasen beglückt worden. Über das Wetter kann ich bis jetzt absolut nicht beschweren, denn ich hatte in den letzten 2 Wochen fast nur prächtiges Wetter erlebt. Auf halbem Weg streift man das südlichen Alpengebirge mit den beiden Gletscher Franz Josef und Fox Glacier. Der erstere hat seinen Namen von einem österreichischen Entdecker erhalten, der ihn nach dem damaligen österreichischen Kaiser benannte. Auch hier schmelzen die Gletscher in bedenklicher Geschwindigkeit weg. Vor ein paar hundert Jahren ragten diese Gletscher noch bis ins Meer. Weiter hinten befindet sich auch der 3754 m hohe Mount Cook, der höchste Berg Neuseelands. In Anbetracht, dass sich meine Reise schon bald dem Ende nähert, wollte ich nochmals etwas Prickelndes machen, bevor ich wieder in mein Alltagsleben zurückkehre. Deshalb entschied ich mich spontan für einen 30-minütigen Helikopterflug über die Gletscherlandschaften. Mein erster Flug in einem Heli. Das war sensationell!
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Westport
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Pancake Rocks
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Ein weiterer Bushwalk im Punakaiki Natonalpark
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Aussicht auf den Franz Josef Gletscher
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Drehort von Herr der Ringe
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Fox Gletscher
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Lachszucht
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Hier war’s mir wieder mal langweilig. Kein Wunder bei dem Verkehr 🙂
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Haast
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Abenteuer auf der Südinsel

Auf der Südinsel ist die Atmosphäre noch relaxter als auf der Nordinsel, denn die Ortschaften sind sehr klein und die Besiedlung sehr gering. Ich entschied mich gleich in Picton, dem Ankunftsort der Fähre, für eine Nacht zu bleiben, denn hier kann man auf den Marlborough Sounds coole Mountain Bike Touren machen. Sie setzen einem mit dem Boot an einem beliebigen Ort ab und holen dich dann an einem vereinbarten Ort und Zeitpunkt wieder ab. Der Track war stelleweise recht anspruchsvoll, aber absolut genial. Auch hier war ich praktisch alleine unterwegs und konnte mich so richtig austoben. 52 km und ca. 1500 hm kamen zusammen.
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Ankunft in Picton
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Marlborough Sounds
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Ein brandneues 29er Bike
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Die Vorder- und Hinterbremsen sind hier recht bzw. links angebracht. Es lohnt sich, das stets für den nächsten Downhill im Hinterkopf zu behalten.
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Der Weg führt durch unberührten dichten Regenwald
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Der Queen Charlotte Track ist eigentlich ein Wanderweg, welcher in 3-4 Tagen zurückgelegt werden kann. Durch seine Länge trifft man aber unterwegs nicht viele Wanderer oder Biker an.
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Mit einem Ruhetag in Nelson, bereitete ich mich für die nächste Aktivität vor. Ich machte eine 2-Tageswanderung entlang der Küste des Abel Tasman Nationalparks. Auch hier liess ich mich von einem Wasser-Taxi an einem entfernten Ort absetzen, und lief dann von dort wieder an den Ausgangsort zurück. Das Wasser-Taxi fuhr unterwegs noch an den nahe gelegenen Inseln vorbei und wir kriegten kleine Pinguine, Wasservögel und Seelöwen zu sehen. Der Wanderweg führt meist durch Küstenwälder. Immer wieder kriegt man unglaublich schöne Sandstrände und Flussmäander zu sehen. Einige Strände kann man nur bei Ebbe passieren, bei Flut muss man sie umlaufen. Die Übernachtung hatte ich auf einem Backpacker-Schiff in einer  traumhaften Bucht. Dort traf ich dann andere Abenteurer,  welche teils auch mit Kayaks im Nationalpark unterwegs waren. Ein tolles Erlebnis!
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Nelson
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Vollgas mit dem Schnellboot
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Kleiner Pinguin
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Meine Übernachtung
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Ein Gruss aus dem Paradies an alle zuhause…
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Abkühlung in Kleopatra’s Bad
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42 km sind geschafft!

Vulkane und heisse Quellen

Die Mitte der Nordinsel ist ein riesiges Vulkangebiet. Rund um Rotorua, wo ich zwei Übernachtungen hatte, blubern heisse Quellen im Park vor sich hin. Die heissen Schlammlöcher stinken aber ziemlich übel nach Schwefel. Trotzdem wird das warme Bad im schmierigen Schlamm als heilendes Spa angeboten.
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Hells Gate
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Eine grosse Überraschung war für mich der nahe gelegene Redwood Forest. In diesem Wald kann man stundenlange Wanderungen machen. Eine Attraktion dort sind die riesigen Sequoia Bäume aus Kalifornien, welche vor über hundert Jahren hier angepflanzt wurden.
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Eine weitere Wanderung machte ich im Waimangu Volcanic Valley. Dieses Tal wurde durch den Ausbruch des Vulkans Mt. Tarawera 1886 geschaffen. Somit handelt es sich hier um ein sehr junges geologisches Ökosystem. Auch hier sprühen überall heisse Quellen aus dem Boden.
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Ein weiteres Abenteuer war die Tageswanderung Vulcano Alpine Crossing im Tongariro Nationalpark. Diese soll angeblich die schönste Tageswanderung der Nordinsel sein. Also los, das muss ich verifizieren, sagte ich mir. Und es war wirklich sensationell! Die Route führte durch bizarres Vulkangebirge auf über 2000 m.ü.M. Mit den beiden Abstecher auf die Krater, die ich noch gemacht habe, kamen dann doch 25 km zusammen.
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Alle meine drei Vorsätze konnte ich bisher nicht halten: Nicht zu viel Autofahren, nicht so viele Fotos machen und nicht so viel ansehen, sondern eher ein paar Ruhetage einlegen. Aber was soll’s, es bringt alles nichts, dafür gibt es hier viel zuviele umwerfend schöne Sachen zu sehen. Schlafen kann ich dann zuhause wieder. 😉
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Historisches Städtchen Wanganui
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Danach ging es weiter Richtung Süden nach Wellington, der Hauptstadt Neuseelands. Hier hatte ich endlich wieder mal eine tolle Übernachtung in einem kleinen Vorort, mit direkter Aussicht aufs Meer. Ansonsten waren die Übernachtungen bis jetzt eher etwas trostlos. Die Preise für die Übernachtungen sind hier ziemlich saftig, wobei mich nicht unbedingt der Preis stört, sondern mehr die Qualität die man dafür bekommt. Für ein stieres Motelzimmer zahlt man gerne mal 150 NZD. Da ich aber alleine unterwegs bin, möchte ich natürlich eher in Hostels übernachten, um andere Leute zu treffen. Die sind jedoch teilweise sehr spartanisch eingerichtet und die gesellschaftliche Atmosphäre, wie ich es von Australien her kenne, kam auch nicht immer so auf. Am besten fährt man hier sicherlich mit einem Zelt, Minivan oder Camper. Wie auch immer, die zweite Nacht durfte ich dann im Auto verbringen, weil in Wellington an diesem Abend das Fussballspiel All Whites (Neuseeland) gegen Mexico stattfand und somit keine einzige Übernachtungsmöglichkeit mehr im Umkreis von 150 km zu finden war. Und da ich morgens früh um 7 Uhr auf die Fähre musste, blieb mir wohl nichts anderes übrig. Aber man ist ja flexibel, und kalt war es auch nicht. Ach ja, und das Fussballspiel war ein Qualifikationsspiel für die WM in Brasilien. Leider haben die Neuseeländer 2:4 verloren, aber gefeiert haben sie trotzdem.
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Unterkunft in Plimmerton mit Blick aufs Meer
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Die Fähre ist ein Riesending und es vergeht fast eine Stunde bis alle Fahrzeuge aus- und einmanövriert wurden. Die Überfahrt über die Cook Strait zur Südinsel dauerte ca. 4.5 h.
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Blick zurück auf Wellington

Die Nordinsel

Neuseeland besteht aus zwei etwa gleich grossen Hauptinseln. Die Nordinsel ist etwas stärker besiedelt, als die Südinsel. Die Grösse Neuseelands ist in etwa mit der von Italien vergleichbar, es leben aber lediglich 4.5 Mio Einwohner auf Neuseeland. Nach ein paar Schwierigkeiten mit der Autovermietung bin ich nun mit dem Mietwagen in Richtung Norden unterwegs. In den letzten Tagen habe ich den nördlichen Teil der Nordinsel mit dem Auto erkundigt und viele tolle Sachen besichtigt. Kaum fahrt man hier um die nächste Ecke, sieht man wieder eine neue Szenerie, eine schöner als die andere. Am liebsten möchte man immer wieder anhalten und Fotos machen, oder beim nächsten Strand etwas abhängen. Eigentlich habe ich mir vorgenommen nicht zuviel Auto zu fahren, aber die Distanzen täuschen eben gewaltig. Ich kann auf dem Blog unmöglich alles auflisten, hier ist nur eine kleine Auswahl an Impressionen:
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Glühwürmchenhöhle – mit Privatführung
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Im Wald – besonders die Farnbäume gefallen mir
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Maori Bauwerke
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Menschenleere Strände
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Cape Reinga – Der nördlichste Punkt der Nordinsel
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Wie im Paradies
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Auckland

Wenn man verschiedene, unterschiedliche Länder hintereinander bereist braucht man etwas Zeit, um am neuen Ort richtig anzukommen. Mir geht es auf jeden Fall so. Hier in Neuseeland hat es etwas länger gedauert, denn der Unterschied zu Vietnam hätte grösser nicht sein können, dazu kommen noch 6 Stunden Zeitverschiebung dazu, die zu überwinden sind. Am Anfang versucht man immer alles mit dem zuvor Gesehenem zu vergleichen. Von dem muss man sich irgendwie lösen, dann ist man wieder offen für Neues. Hier in Auckland entdeckte ich im ersten Moment nicht viel Aussergewöhnliches, was ich nicht schon vorher irgendwo gesehen hätte, aber doch ist so einiges anders. Die Sonne scheint im Norden, die Tage sind länger, Autos fahren links und die Menschen freuen sich auf den kommenden Sommer, während in einigen Kaffees bereits Weihnachtslieder gespielt werden. Auch an die Preise hier muss ich mich erst wieder gewöhnen. Während wir in Vietnam für ein Bier durchschnittlich weniger als ein Dollar bezahlten, lässt man hier für ein Pint locker mal 10 NZD liegen.
Was mir als erstes aufgefallen ist, ist der spezielle Humor, den die Kiwis überall illustrieren. Als ich nach der Ankunft mit all den vielen chinesischen Passagieren das Flugzeug verliess und Richtung Passkontrolle marschierte, sah ich den folgenden Spruch auf den Abfalleimer stehen:
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Ich konnte das Lachen nicht verkneifen, und dachte mir, die haben wohl ihre Erfahrungen mit den chinesischen Touristen auch schon gemacht.
Weitere Beispiele sah ich dann auch in der Stadt.
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Auch im Museum findet man im Regal zwischen eingelegten Meerestieren auf einmal einen Bart Simpson im Reagenzglas 🙂
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Das Museum war übrigens sehr interessant und befasste sich mit wichtigen Themen Neuselands, wie der Geschichte der Kiwis, die Kultur der Maori, die Tierwelt, Vulkane und Erbeben. In einem Simulator kann man einen Ausbruch eines Vulkans hautnah miterleben.
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Hier hat es auch wieder Bettler auf der Strasse…
Die Einwohner von Auckland sind ehemalige Europäer, Asiaten, Maori, Inder und viele andere Einwanderer. Ich habe selten schon solch eine Multi-Kulti Stadt gesehen wie diese. Am nächsten Morgen nach meiner Ankunft lese ich in der Zeitung von den immensen Schäden, welcher der Taifun Haiyan in den Philippinen angerichtet hat. Zur selben Zeit freut man sich auf der anderen Seite der Erde über die Milliardengewinne des Börsengangs von Twitter. Eigentlich ist das krasse Ungleichgewicht auf unserer Welt für mich keine neue Erkenntnis, aber durch das Reisen sieht man das alles durch eine etwas neutralere Brille und es wird einem viel bewusster.
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Rund um das Stadtzentrum ragen kleinere Vulkankrater empor. Der prominenteste ist der Mt. Eden, von welchem man eine schöne Aussicht auf die Stadt hat. image
Sicht auf die Stadt vom Hafen
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Wer hat schon wieder die schnellsten Segelschiffe? Die Neuseeländer sind auf jeden Fall mächtig stolz auf ihren Titel im Americas Cup. Zudem haben auch gleich Zugänge zu zwei Meeren. Das Tasmanische Meer und der Südpazifik. In nur einem Tag kann man hier von der einen Küste zur andern wandern.
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Eine tolle Aussicht bietet auch die Aussichtsplattform des unübersehbaren 328 m hohen Sky Tower. Mutige können von hier oben auch einen 192m Bungee Sprung machen. Mir hat der Gang auf dem Glasboden gereicht.
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Bereits in der Stadt ist mir die einzigartige Vegetation und die speziellen Baumarten aufgefallen.

Fazit Vietnam

Vietnam ist ein tolles Land, welches ich als Feriendestination nur empfehlen kann. Susanna und ich hatten eine schöne und erlebnisreiche Zeit hier in Vietnam, an die wir uns noch lange zurück erinnern werden. Für einen Besuch in Vietnam sollte man aber mindestens 3 Wochen Zeit einplanen, um das Wesentlichste zu sehen. Uns haben vor allem die zuvorkommende Gastreundschaft, die vielseitigen Möglichkeiten, das gute Essen und die Ursprünglichkeit des Landes sehr gefallen. Ein grosser Teil des gesellschaftlichen Lebens der Einheimischen spielt sich hier auf dem Trottoir ab. Kochen, Essen, Verkaufen, Spielen, Moped reparieren oder tanken. Hin und wieder sieht man sogar Leute, die auf ihrem geparkten Moped schlafen, vermutlich um nichts zu verpassen. Es geht hier auch ohne McDonalds, Ikea und co. Die Frage ist nur, wie lange noch. Trotzdem kriegt man in den Touristen Hotels den westlichen Luxus geboten und das zu einem unglaublichen Preisleistungsverhältnis. Die Menschen sind hier sehr bemüht den Touristen den bestmöglichen Service zu bieten. Wir hatten tolle Begegnungen mit den kontaktfreudigen Menschen hier, wobei ihr Englisch die Kommunikation meist auf das Wesentliche begrenzte. Wie in den meisten Ländern in Südostasien, gibt es hier Lebensmittel wie Früchte, Fisch und Reis im Überfluss. Wobei ich mich mit dem Verzehr von Fisch etwas zurückgehalten habe, nachdem ich gesehen habe, in welchen Gewässern hier überall gefischt wird. Wie, und wohin sich das Land weiterentwickeln wird, dürfte eine spannende Frage bleiben. Seit dem Ende des Kriegs anfangs der Siebziger Jahre hat sich die Population verdoppelt. Ob das der richtige Weg ist, lasse ich mal dahin gestellt.
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Früchtebar
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Tankstelle
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Etwas Mühsam empfanden wir die Beschaffung von Geld. Die lokale Währung ist der Dong. Da vieles noch mit Cash bezahlt wird, lohnt es sich, sich mit ein paar Millionen Dong auszurüsten. Auf der Kreditkarte fallen hohe Bezugsgebühren an und es werden bei jeder Bezahlung 3% zusätzlich belastet. Dieses Geld kommt nicht etwa der lokalen Bevölkerung zu, sondern fliesst direkt in die Taschen der Kreditkarteninstitute. Bancomaten mit dem Maestro Signet hat es eigentlich sehr viele, aber die meisten funktionierten mit unseren Karten nicht. Um endlich einen funktionierenden ATM zu finden, kostete es uns Stunden und einige Extrakilometer. Der Dollar wird übrigens auch noch immer gerne als Zahlungsmittel genommen.
Nun geht ein weiteres Kapitel meiner Reise zu Ende. In den letzten 8 Wochen habe ich mich an viele Gepflogenheiten der Asiaten gewöhnt, kennen und schätzen gelernt. Essen, wie Hamburger, Pommes oder Pizza wirken bereits völlig entfremdend für mich. Da werde ich wohl spätestens in Neuseeland wieder umstellen müssen.

Transit Terminal Guangzhou

Die Tage in Vietnam sind sehr schnell vergangen und Susanna muss leider wieder nach Hause, während ich meine Weiterreise nach Neuseeland fortsetze. Auf Grund vom gewählten Abreisedatum und der Wahl der Airline in meinem Flug-Arrangement, hat sich der Transfer von Saigon nach Auckland leider etwas umständlich gestaltet. Der Flugplan sah einen 5.5-stündigen Zwischenstop in Guangzhou (China) vor, was eigentlich nicht mal auf dem Weg liegt. Dieser Hub habe ich bereits auf dem Hinweg von Tokio nach Hanoi kennengelernt. Kaum angekommen, erreicht mich auch schon ein SMS vom Reisebüro (danke, ihr seit schneller als die Chinesen), dass der Weiterflug nach Auckland sich um 2 h verschiebt, also auf 2:30 nachts. Als Grund konnte ich nicht mehr als „Weather“ in Erfahrung bringen, wobei weder in Guangzhou noch in Auckland schlechtes Wetter war. Ich vermute aber, es war wegen dem Taifun Haiyan, der über den Philippinen wütete. Das war vielleicht öde, so viel Zeit in einem so langweiligen chinesischen Transfer-Terminal zu verbringen. Ausser überteuerte Duty Free Shops gab es hier gar nichts. Vielleicht kann sich jemand an den Film „Terminal“ mit Tom Hanks erinnern. Na ja, soviel Zeit hatte ich dann auch wieder nicht, um so viel anzustellen, aber das Gesicht ist mir hier schon ziemlich eingeschlafen.
Da muss ich durch! Geduld haben und Blogs schreiben. Jetzt nur noch 11 Stunden Überflug nach Auckland, dann ist es geschafft. Und Neuseeland wird alles andere als langweilig werden!
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Noch schnell ein letztes Foto von Saigon…
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Transit Terminal
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über den Wolken in einer neuen Boing 787 – Dreamliner
(geträumt habe ich von Neuseeland, aber nur ganz kurz)

Ho-Chi-Minh City (Saigon)

Die letzten 4 Tage haben wir im Süden in Ho Chi Minh City, oder Saigon, wie die Stadt früher vor der Wiedervereinigung genannt wurde, verbracht. Wie in Hanoi, sind die Strassen auch hier von unzähligen Mopeds geflutet, wobei hier die Strassen noch etwas breiter sind und noch mehr Autos im Verkehr mitmischen als in Hanoi. Da ich wieder mal suboptimal vorbereitet war, konnten wir den genauen Standort unseres Hotels nicht genau ausfindig machen. Darum entschlossen wir uns im Stadtzentrum angekommen, ein Taxifahrer zu fragen. Dieser schwafelte etwas von 2 km. Nach dem üblichen feilschen brachte er uns dann dort hin, das waren aber keine 500m. Er hätte doch mindestens noch einen Umweg für uns fahren können 😉 Unser Hotel befand sich inmitten eines lebhaften und lauten Touristenquartiers, mit vielen Bars und Restaurants. So kam es, dass selbst ich als Tiefschläfer nachts aufgeweckt wurde und wir darauf in ein ruhigeres Zimmer auf der Hinterseite des Hotels wechselten.
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Auf dem Saigon River haben wir eine abendliche Schiffsfahrt genossen. Diese erinnerte mich etwas an die Schiffsfahrt in Shanghai, nur war in HCMC alles etwas kleiner und die Skyline nicht so pompös. Am nächsten Tag besuchte ich das Kriegsmuseum, während Susanna den Besuch bei den Wildkatzen im Zoo vorzug. Vor dem Museum sind von den Amerikanern zurückgelassene Flugzeuge und Helikopter ausgestellt. Im Innern werden vor allem Bildern von den damaligen Ereignissen und den Kriegsopfer gezeigt. Ehrlich gesagt hatte ich etwas mehr erwartet. Meiner Meinung nach fehlte jegliche Information, was damals politisch eigentlich genau geschah und wie es zu diesem sinnlose Krig gekommen ist. Das ist doch vor allem für die jüngere Generation wichtig, um die Zusammenhänge zu verstehen. Stattdessen wird alles nur einseitig aus Sicht der Gewinner dargestellt. Jedoch angesichts des Eintritspreises von umgerechnet 60 Rp. ist es ein Besuch auf jeden Fall wert.
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Vietnamesischer Panzer vor dem Kriegsmuseum
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Ein weiteres Highlight ist auch die Bar im 52. Stock des 265 m hohen Financial Towers, der erst 2010 fertiggestellt wurde. Diese bietet einen tollen Ausblick auf die Stadt während der Dämmerung. Danach gönnten wir uns noch eine 70-minütige Fuss- und Nacken-Massage. Geschont wird man dabei nicht, wenn sie z.B. mit dem Knie in deinen Rücken drücken. Die Massage war aber äusserst professionell und wohltuend.
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Wiedervereinigungspalast
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Hauptpostgebäude
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Notre Dame – die Franzosen haben der Architektur hier ihre deutlichen Spuren hinterlassen
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Fortbewegt haben wir uns hier entweder zu Fuss oder wir sassen einem Motorodfahrer auf, welche uns an den gewünschten Ort brachten. Der Spassfaktor war immer garantiert 🙂

Hoi An

Die Weiterreise von Hue nach Hoi An haben wir diesmal mit dem Bus gemacht. Für die 120 km brauchten wir glatte 4,5 Stunden. Die hätte man in der Zeit auch locker mit dem Motorrad zurücklegen können, aber die Strassenverhältnisse lassen kein schnelleres Reisetempo zu.
Meine Reise mit dem Zug ist somit in Hue beendet, ab jetzt geht es mit Flugzeug, Bus und Mietauto weiter. Insgesamt habe ich nun 13’755 km mit dem Zug zurückgelegt. Mit der Transsib 7865 km, in China 2646 km, in Japan 2044 km, in Vietnam 1200 km.
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Der Zug von Hanoi nach Hue

Hoi An ist ein relativ kleines Städtchen in Zentral Vietnam. Wir sind hier in einem sog. Homestay zu Gast bei einer vietnamesischen Familie untergekommen. Die Familie war total herzlich und gab sich alle erdenkliche Mühe, damit sich ihre Gäste richtig wohl fühlen. Zum Frühstück gab es jeweils u.a. die von mir heiss begehrte vietnamesische Spezialität Pho, eine Nudelsuppe mit Rind- oder Hühnerfleisch. Eine weitere kulinarische Spezialität, die wir bestimmt mit nach Hause nehmen werden, ist der hiesige Eiskaffee mit Kondensmilch.
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Family Camellia
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Pho
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Vietnamesischer Eis-Kaffee

Da es uns uns hier sehr gefiel und sich die Wettersituation in den nächsten paar Tagen auf Grund einem sich nähernden Typhoon bald ändern könnte, haben wir uns spontan entschlossen unseren Aufenthalt hier von 2 auf 4 Übernachtungen zu verlängern. Dies gab uns Gelegenheit, uns an dem nahe gelegenen Sandstrand zu entspannen, frische Kokosnüsse zu trinken und in die grossen Wellen zu springen.
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Mit den von der Familie geliehenen Fahrrädern konnten wir auf einfache Weise die Gegend erkunden, so auch die Altstadt. Bei Einbruch der Dunkelheit verwandelt sich die ehemalige Handelsstadt durch die unzähligen Lampione in ein glühendes Lichtermeer. Am Flussufer der Stadt reihen sich die Restaurants und Shops, welche teils mit lauter Musik dem Bedürfnis der Touristen nachzukommen versuchen, was sich nicht immer so ganz mit der feierlichen nächtlichen Stimmung vereinbaren lässt.
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Hier haben wir auch die Gelegenheit genutzt und eine von einem Restaurant angebotene Cooking Class (Kochkurs) besucht. Wir haben innerhalb einer guten Stunde unser vegetarisches Mittagsmenü durch die Anweisungen und die Unterstützung des Kochs selbst gemacht. Es gab Frühlingsrollen, frittierter Tofu mit Lemongrass und Chili und gebratene Nudeln mit Gemüse. Das Essen hat uns hervorragend geschmeckt. Damit wir es zu hause nachkochen können, ist unser Koch noch einmal alles mit uns durchgegangen und liess uns nicht eher von dannen ziehen, bis wir die Rezepte auch ohne den Spickzettel aufsagen konnten.
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Et voila!

Hue

Hue war in der Nguyen-Dynastie vom 19. Jahrhundert bis 1945 die Hauptstadt Vietnams. Den Weg von Hanoi nach Hue legten wir mit einer 12 stündigen Fahrt im Nachtzug zurück. Auch Susanna gewöhnt sich allmählich an die nächtlichen Zugfahrten. Diesmal war ein englisches Pärchen bei uns in der Kabine. Ähnlich wie bei uns, war Alex auch für 3 Monate unterwegs, war auch mit der Transsibirischen gereist und seine Freundin Claire besuchte ihn für die Reise in Vietnam. Für viel Gesprächsstoff und Erfahrungsaustausch war also wieder gesorgt.
Hue liegt geographisch ziemlich zentral in Vietnam, gehörte aber politisch bereits zu Südvietnam. Aus diesem Grund wurde es durch die Gefechte vom Krieg 1968 zwischen den Kommunisten vom Norden einerseits, und den Südvietnamesen und Amerikanern andererseits, stark in Mitleidenschaft gezogen. Die historischen Bauwerke wurden allmählich restauriert. Die Zitadelle mit der Verbotenen Stadt ist vermutlich das markanteste Bauwerk aus der Zeit der Nguyen-Dynastie. Wir erkundeten die Stadt erst zu Fuss, dann mit dem Fahrrad, am letzten Tag mit dem Motorrad. Das Fortbewegen im Verkehr wird uns immer vertrauter. Man muss einfach mit der Masse von Mopeds und Velos mitfahren und immer gut auf einbiegende oder auf der eigenen Spur entgegenkommende Verkehrsteilnehmer achten.
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Helloween in Vietnam
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In der verbotenen Kaiserstadt
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Thien Mu – Buddhistischer Tempel
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Bahnübergang

Halong Bay

Die Halong Bucht mit ihren bizarren Felsformationen ist Weltkulturerbe und vermutlich die bekannteste Touristenattraktion im Norden Vietnams. Unzählige Organisationen in Hanoi bieten mehrtägige Schiffstouren in der Bucht an. Trotz der Beliebtheit bei den Touristen ist die Halong Bay ein einmaliges Must-See Erlebnis. Wir verbrachten 2 Tage auf einem Schiff mit ca. 20 Touristen aus aller Welt, wie Irland, China, Hongkong, Neuseeland. Auf dem Schiff herrschte eine familiäre Atmosphäre. Die 11 köpfige Crew war ständig um unser Wohl besorgt, die Kabine war komfortabel und das reichliche Essen schmeckte sehr gut. Das Programm war ausgefüllt mit vielen Aktivitäten, wie Besichtigung einer Tropfsteinhöhle, Baden an einem Strand, Kayak fahren, einem Frühlingsrollen-Crashkurs oder Thai-Chi am frühen Morgen. Zwischendurch konnte man es sich auf dem Deck mit einem Bierchen gemütlich machen und die bezaubernde Insel Landschaft bewundern.
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Anfahrt zu unserem Boot
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Innen fanden wir zu unserem Erstaunen eine richtige Luxus-Kajüte
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Aussicht auf von einem Felsen auf eine der Buchten
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Sapa

Mit dem Nachtzug gingen wir für drei Tage in das im Norden Vietnams liegende Bergdorf Sapa. Der Zug war ein richtiger Schüttelbecher, deshalb haben wir nicht wirklich viel geschlafen. In unserem Abteil im Zug war ein vietnamesisches Paar mit ihrer sechsjährigen Tochter. Die Familie konnte praktisch kein Englisch, aber mit unseren Übersetzungstools begann bald eine rege Konversation und der Mann hörte fast nicht mehr auf uns Fragen zu stellen. Er konnte nicht begreifen, warum wir keine Kinder haben. Sapa selbst liegt auf 1600 m. Um dorthin zu gelangen braucht es vom nächstgelegenen Bahnhof nochmals eine stündige Fahrt mit dem Bus. Susanna hat uns einen super Preis für den Transport mit dem Kleinbus ausgehandelt. Sie macht das sehr geschickt, ja nicht blind zahlen was einem so offeriert wird. Wir haben dann aber nicht schlecht gestaunt, als wir von einem in Vietnam lebenden Amerikaner, der auch mitfuhr, erfuhren, dass er nochmals die Hälfte weniger bezahlt hat als wir. Nun, geschmerzt hat es uns nicht, denn wir sprechen hier von umgerechnet 2 SFr für die stündige Fahrt, aber wir kriegen allmählich das Gefühl dafür, wieviel wir hier für solche Sachen bezahlen müssen.
Sapa ist ein sehr interessanter Ort. In dieser Region leben verschiedene Bergstämme mit verschiedenen Sprachen und Traditionen. Im ganzen Gebiet sind Reisterrassen angelegt. Der Ort Sapa gilt als wichtiger Marktplatz, wo die Bergvölker zusammenkommen und ihre Waren anbieten und austauschen. Am zweiten Tag haben wir eine geführte ganztägige Trekkingtour durch die Bergregion gemacht. Wir hatten Glück, das Wetter war nach dem regnerischen Vortag wieder wunderprächtig und angenehm von der Temperatur her. Unser 17-jähriger Tourguide ist selbst auch ein lokal Ansässiger und erzählte uns allerhand Interessantes über das Leben hier. Immer wieder wollte er mit Susanna Französisch sprechen, um seine Französischkenntnisse aufzubessern, was mich nur mässig begeisterte 😉 Die Aussichten über die Reisterrassen waren wunderbar, obwohl der Reis im August geerntet wurde, und dadurch die Farben nicht so leuchtend grün waren, wie man das oft auf Bildern sieht. Am nächsten Tag gönnten wir uns den Spass und mieteten einen Roller, um in den Passstrassen rum zu kurven und Wasserfälle zu besichtigen. Unterwegs haben wir uns zu einer Gruppe Einheimischer dazugesellt, die gerade in ihrem Unterstand Essen auf dem Grill hatten. Die hatten sehr Freude an unserem Besuch und offerierten uns Reisschnaps, Tee und Eier. Verständigt haben wir uns vorwiegend über Zeichensprache. Unser Geld wollten sie nicht annehmen, wir waren ihre Gäste. Immer mehr finden wir gefallen an dem noch etwas wilden und ursprünglichen Land und erkennen, dass es hier sehr viele unkomplizierte Möglichkeiten gibt sich fortzubewegen und mit den Menschen in Kontakt zu kommen.
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Junge Frauen der Bergstämme kommen nach Sapa um den Touristen ihren Stickereien zu verkaufen
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Markt in Sapa
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Im ganzen Tal sind Reisfelder angebaut
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Unsere treuen Begleiterinnen
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Vielfältiges Mittagessen, auch vegetarisch.
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Reisterrassen
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Wer ist hier stärker?
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Indiana Jones
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Fahrt mit dem Motorroller
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Besuch bei Einheimischen
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Aussicht von der Passhöhe
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Tinh Yeu Wasserfälle
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Hanoi

In Hanoi treffe ich nach 6 Wochen Reisezeit meine Frau wieder. Susanna flog über Katar und Bangkok nach Hanoi und ich von Tokio über Guangzhou. Alles hat geklappt und die Freude auf das Wiedersehen war natürlich gross. Nun können wir zu Zweit das für uns beide noch fremde Vietnam entdecken. Die Umstellung von Japan bzw. Zürich nach Vietnam brauchte erst mal etwas Zeit, um den Kulturschock zu verdauen und sich an die neuen Gegebenheiten zu gewöhnen. Hier herrscht auf den Strassen das pure Chaos. Das ist zumindest der erste Einruck, erst mit der Zeit realisiert man, dass es auch hier irgendwie funktioniert, halt eben anders. Das ist ja auch das Spannende am Reisen, sich immer wieder mit neuen Gegebenheiten auseinanderzusetzen. Die Altstadt, wo wir auch unser Hotel hatten, wird geflutet von Rollern. Beim Überqueren der Strasse braucht es am Anfang viel Mut. Man muss einfach trotz dem permanent fliessenden Verkehr zum Überqueren ansetzen und gleichmässig gehen. Die vielen Roller weichen dann links und rechts von einem aus und umschliessen dich, wie in einem Fischschwarm. Vietnam ist ein vergleichsweise armes Land. Die Leute haben zwar genügend zu essen, aber natürlich wird alles Mögliche versucht, dem reichen Touristen irgend etwas zu verkaufen. Sei es Seidenstoffe, Handarbeiten, Kleider oder eine Fahrt mit der Ritscha. Da die Preise für unsere Verhältnisse hier sehr niedrig sind, fällt es einem richtig schwer, die Preise noch weiter zu verhandeln. Trotzdem sollte man es machen. Man wird erstaunt sein, dass man mit ein bisschen Hartnäckigkeit und einem Lächeln oft nochmals 50% Preisnachlass erhält. Das Leben findet hier vor allem auf der Strasse statt: hier wird gekocht, gegessen, die Haare geschnitten und mit den Kindern gespielt. Die Spaziergänge durch die lebhaften Strassen Hanois haben uns viel vom Alltag der Stadtbewohner gezeigt. Auch die Besichtigung eines ehemaligen Gefängnisses, welches in der Kolonialzeit von den Franzosen erbaut wurde, das Wasser-Puppentheater, und der Besuch des Frauenmuseums gaben uns einen guten Einblick in die Geschichte und die Kultur des Landes. Die fleissigen Frauen spielen hier durch die Erziehung der Kinder, ihre Kochkünste, ihrer Bekleidungen und ihre Unterstützung der Männer im Krieg eine wichtige kulturelle und politische Rolle.
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Hoan Kiem See
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Den jungen Panda Bär habe ich aus dem Zoo in Tokio entführt. Er wird nun mit mir bis in die Schweiz mitreisen und will zu Askja, meinem neuem Göttimeitli.

Fazit Japan – Sayonara Nippon

In den 2 Wochen habe ich einen guten Mix zwischen dem traditionellen und dem modernen Japan zu sehen bekommen. Die Kultur und der Lebensstil der Japaner hat mich sehr beeindruckt. Ich bin erstaunt wie ordentlich und diszipliniert die Japaner leben und wie respektvoll sie miteinander umgehen. Dies bringen sie z.B. bei der Begrüssung, Verabschiedung oder Bedankung durch ihre Verbeugung zum Ausdruck. Klar, ich hatte jetzt den direkten Vergleich zu China, aber auch wir Europäer könnten noch einiges von den Japanern lernen. Ich hatte den Eindruck, sie sind eher etwas reserviert und man muss aktiv auf sie zugehen, damit man ins Gespräch kommt. Halt etwas ähnlich wie bei uns Schweizer auch 😉
Japan ist ein hoch entwickeltes Land, alles funktioniert hier perfekt. Durch die Vertrauenswürdigkeit und die sehr tiefe Kriminalität hat man hier eine sehr hohe Lebensqualität. Abgesehen von den Erdbeben und Taifuns, welche immer wieder für eine unangenehme Überraschung sorgen können. Japan trumpft vielleicht nicht gerade mit den spektakulärsten Sehenswürdigkeiten auf, bietet aber sehr viele schöne Orte und tolle Ausflugsmöglichkeiten, die man entdecken kann. Es herrscht grundsätzlich eine ruhige entspannte Atmosphäre. Partymeilen sucht man hier vergeblich, selbst in den lebendigen Strassen von Tokyo kehrt zu später Stunde eine erstaunliche Ruhe ein. Das Reisen mit dem Zug macht hier echt Spass und ist vermutlich die beste Option sich fortzubewegen.
Das Essen war für mich hier bis anhin das Beste. Wenn man gerne Fisch, Sushi, scharfe Speisen oder Nudeln hat, kommt man hier voll auf seine Kosten. Alles wird ganz frisch zubereitet. In den Restaurants sind die Küchen offen, und oft kann man dem Koch zusehen, wie er die Speisen zubereitet. Vermutlich sind meine persönlichen Eindrücke nicht jedermanns Sache. Auf jeden Fall hat es mir sehr gefallen. Das Land birgt schon ein gewisses Suchtpotential. Ich denke, ich werde Japan bestimmt wieder mal besuchen…

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Tokio

Die letzten beiden Tage in Japan werde ich noch in Tokio verbringen. Natürlich könnte man in Tokio ohne Weiteres eine Woche oder länger verbringen. Ich wollte aber möglichst viele verschiedene Seiten von Japan sehen, deshalb fällt der Aufenthalt in Tokio halt etwas kurz aus. Auf dem Weg nach Tokio fährt man in der Nähe des Mount Fuji vorbei, der höchste Berg bzw. Vulkan Japans. Wenn ich noch mehr Zeit in Japan gehabt hätte, wäre das Wandergebiet um den Mt. Fuji bestimmt auch einen Aufenthalt wert gewesen.
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Der Blick aus dem Fenster auf den Mount Fuji (3776 m)

Die „Östliche Hauptstadt“, was der Name Tokyo bedeuted, zählt 9 Mio. Einwohner. Zählt man die umliegenden Bezirke dazu, sind es 30 Mio. Einwohner. Wie riesig die Stadt ist, bemerkt man gut während der langen Zugfahrt ins Zentrum. Meine Unterkunft liegt im Stadtteil Ueno. Von hier aus sind einige Sehenswürdigkeiten in Kürze erreichbar.
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Im Stadtviertel Akihabara, auch Electronic City genannt, werden alle mögliche Elektronik Sachen und Computerteile verkauft. Die Strassenzüge werden von den unzähligen blinkenden Leuchtreklamen aufgehellt. Hier ist auch das Mekka der Anime und Manga Szene zu finden.
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Unweit von Bahnhof Ueno befindet sich ein lebhaftes Restaurant Quartier. Viele Leute gesellen sich hier zum Essen und Trinken.

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Interessant wie hier Traditionelles und Modernes zusammen liegen. Zum einen der Senso-ji Tempel, zum anderen der Tokyo Sky Tree im Hintergrund, das mit Abstand höchste Gebäude Tokios.
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Der Senso-ji ist der älteste Tempel von Tokio. Hier tummeln sich die Touristen aus der ganzen Welt. Schweizer habe ich während meines Japan Aufenthalts zwar nie getroffen. Das ist erstaunlich, denn sonst trifft man die ja überall an.
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Der erst 2011 fertig gestellte Fernsehturm Sky Tree ist 634 m hoch und meines Wissens das zweit höchste Gebäude der Welt. Ich wollte eigentlich auf die obere Plattform, die Wartezeiten von 1.5 Stunden für ein Ticket und den Aufzug, weckten mir jedoch die Erinnerungen an Huangshan wieder und ich vergass die Idee schnell wieder.
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Stattdessen ging ich noch kurz in den Zoo. Dort gab es u.A. Pandabären zu sehen. 🙂
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Am letzten Tag vor meinem Abflug nach Hanoi regnete es in Strömen. Eine gute Gelegenheit also noch kurz einen Besuch im Museum für Naturwissenschaften zu machen. Natürlich war der 2-stündige Besuch zu knapp um alles zu sehen, denn das Museum zählt über 3.5 Mio. Exponate über die Tierwelt, Technik, japanischer Geschichte, usw. Eine spezielle Attraktion des Museums war eine Weltkugel im Masstab 1:1 Mio. in welcher verschiede 360º Grad Filmvorführungen über die Entstehung der Erde und über das Leben im Meer gezeigt werden. Generell sind hier auch viele Einrichtungen und Experimentier-Labors für Kinder zu finden, um die das Wissen auf spielerische Art zu vermitteln. Die Eintritsspreise der Museen in Japan sind allgemein nicht so hoch. Für dieses Museum hier habe ich z.B. 600 Yen (entsprich etwa 5.50 Fr) bezahlt. Generell habe ich Japan, ganz im Gegensatz zu den vielen Vorwarnungen, die ich bekommen habe, gar nicht so teuer empfunden. Der Yen ist halt z.Zt. sehr tief zum SFr bewertet. Bei den Übernachtungen muss man halt etwas sortieren. Die Übernachtungen in Hotels können schon ziemlich teuer sein. Ich hatte in meinen preisgünstigen Hostels und Ryokans immer genügend Komfort und es war immer sehr sauber.

Takayama

Nachdem ich bisher vorwiegend Städte in Japan gesehen habe, möchte ich nun noch mehr von der ländlichen Seite erfahren. Deshalb entschied ich mich für 2 Tage nach Takayama zu gehen. Japan ist vor allem an der östlichen Küste durchgehend ziemlich dicht besiedelt und bietet eigentlich nicht gerade ein umwerfendes Landschaftsbild. Die Mitte des Landes ist vorwiegend von bewaldeten Gebirgslandschaften geprägt. Takayama ist ein kleines traditionelles Städtchen ziemlich zentral in Japan gelegen. Die dreistündige Zugfahrt von Kyoto dort hin führt durch imposante Landschaften entlang von Flüssen bewaldeten Hügeln. Da der Ort auf ca. 600m liegt war es dort auch schon deutlich kühler. Im Stadtkern befinden sich schmale Strassenzüge mit historischen alten Holzhäuser, die als Souveniershops für Touristen oder Restaurants dienen. Ausserhalb der Stadt gibt es ein Freilicht-Museum zu besichtigen, wo ein traditionelles Bergdorf nachgebaut wurde und die früherige Lebensweise der Bergbevölkerung zeigt.
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Altes nachgebautes Bergdorf als Freilicht-Museum
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Kyoto

Kyoto ist auf Grund der vielen Tempel und Schreine eine  sehr traditionelle Stadt und gilt als das kulturelle und historische Zentrum Japans. Einige der Bauwerke wurden als UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Dementsprechend zieht es auch viele Touristen hierher. Ich traf mich hier mit Oda wieder, einer der japanischen Studenten, welche ich in der Transsib von Moskau nach Irkutsk kennengelernt hatte. Er und sein Kollege Hinä zeigten mir den historischen Stadtteil Gion und erklärten mir stolz die Hintergrundinfos zu den Buddhistischen Tempel. Für mich war das natürlich eine sehr willkommene Reiseführung.
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Kyoto Tower
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Geburtstagsessen mit japanischen Freunden. Sushi natürlich. Nachher gings noch zum Karaoke…

Am nächsten Tag zog ein starker Taifun an der Ostküste Japans vorbei und es regnete den ganzen Tag. Somit fiel auch die geplante Entdeckungstour mit dem Fahrrad buchstäblich ins Wasser. Nach dem x-ten Tempel zeichnete sich bei mir sowieso langsam eine Sättigung ab. Obwohl sie alle sehr schön sind. Es ist auch schön sich einfach im Tempel hinzusetzen und die Leute bei ihren Ritualen zuzuschauen. Fotos vom Innenbereich sind nicht erlaubt und die Schuhe müssen vor dem Betreten ausgezogen werden.
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Meine Übernachtungen in Kyoto und in Osaka waren in einem sog. Ryokan. Das sind im traditionell japanischen Stil eingerichtete Hotels. Ich wollte das unbedingt erleben. Normalerweise sind die Ryokan, welche auf Touristen ausgerichtet sind eher teuer, jedoch findet man auch sehr günstige ohne den ganzen Schnick-Schnack, und die sind vermutlich erst noch authentischer. Im Zimmer hat es jeweils einen kleinen Tisch mit Grüntee. Der Boden ist aus Tatami-Matten (Reisstroh) gemacht. Auch in den Hotels werden die Schuhe am Eingang immer ausgezogen und man kriegt Hausschuhe. Vor dem Betreten des Zimmers zieht man dann selbst die Hausschuhe aus. Für den Toilettenbereich stehen wiederum neue Schuhe bereit. Einheitsgrösse 39 :-/ Die Japaner sind hier sehr strikt und sauber. Der Zugang ins Zimmer erfolgt lediglich mit einer Schiebetüre und schlafen tut man auf einem Futon auf dem Boden. Das klingt jetzt etwas rustikal, ist aber sehr gemütlich und im typischen Ambiente.
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Das Ryokan in Kyoto hatte sogar einen eigenen Koy-Teich im Eingangsbereich.