Fazit Transsib

Die Fahrt mit der Transsibirischen Eisenbahn ist ein wunderbares Erlebnis, welches ich nie vergessen werde. Ich kann das jedem Reisefreudigem nur weiterempfehlen.  Man erkennt die wirkliche Grösse der Erde durch eine abenteuerliche Art und Weise per Landweg. Im Zug versinkt man in eine andere Welt und verliert das Zeitgefühl komplett. Ich war nie alleine und es war nie langweilig, ganz im Gegenteil. Die Tage waren gut verplant und ich war immer in bester Gesellschaft. Ich habe nun sehr viele Facetten von Russland kennengelernt. Die beeindruckende Grösse des Landes, die Unterschiede vom Leben in der Stadt und der Genügsamkeit auf dem Lande. Die Mongolei war für mich die grosse Überraschung. In den vier Tagen habe viele Eindrücke von den Leuten, der Stadt und der Landschaft bekommen, sowie einiges über ihre Gechichte und ihrer Kultur gelernt. Etwas bedrückt hat mich das ungelöste Abfallproblem in Russland und auch in der Mongolei. Über weite Gebiete, zumindest aus Bahn oder Auto her betrachtet, liegt der Unrat, wie Plastiksäcke, Glas- und Petflaschen, Pneus, etc. herum. Selbst auf der Insel Olchon ist es so, dass der Abfall nicht von der Insel wegtransportiert wird, sondern einfach am Dorfrand hingekippt wird. Der starke Wind bläst dann die Plastikteile in die Wiesen und Wälder der ganzen Insel. Diesbezüglich herrscht noch grosse Rückständigkeit. Wenn man die Gebiete touristisch besser erschliessen möchten, muss hier wohl noch ein Umdenken stattfinden.
Das Wetter hat meistens mitgespielt, wobei es für diese Jahreszeit eher zu kalt war. Bis vor ein paar Wochen waren die Temperaturen in Sibirien noch deutlich höher. Dass im September das Wetter unvorsehbar sein wird, und der Übergang zum Winter beginnen kann, war mir ja bewusst, und somit bin ich ganz zufrieden. Der Vorteil dafür war, dass es überall eher ruhig war und die Schauplätze nicht mit Touristen überlaufen waren. Das ist auch viel wert.
Das Essen in Russland war manchmal schon etwas rustikal. Aber ich hatte nie irgendwelche Beschwerden oder so. Wenn man etwas vielseitiger essen möchte, muss man in Russland halt etwas länger suchen, denn die Lokale sind rar. In der Mongolei war es schon vieeel besser. Ich denke aber, dass ich in Asien ruhig wieder ein paar Pfunde zulegen werde. 😀
Nun bin ich gespannt auf China…

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Bei den Stops unterwegs kommen Einheimische an die Bahnperons und verkaufen Snacks, Früchte und Getränke.

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Diese Bilder sieht man leider überall in Russland und in der Mongolei.

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Toller Schnappschuss aus dem Zug
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Mhhhmmm. In Ulan Bator konnte man richtig gut essen. Dumplings. Hammer!

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Noch eine kleine Anektote zum Schluss: Als Schweizer hat natürlich immer genügend Schokolade dabei, das gehört zum Überlebens-Kit. Nicht schlecht staunte ich, als ich eine meiner Tafeln in angebissener Form entdeckte. Das können nur Mäuse auf der Insel Olchon gewesen sein. Dort habe ich nämlich ab und zu seltsame Geräusche im Zimmer gehört. Na ja, wie dem auch sei, die Mäuse wissen was gut ist!

Btw:
Wer die Strecke der Transsibirischen von Moskau nach Vladivostock als Film in Youtube ansehen will, kann das hier über den Link machen:
http://www.google.ru/intl/ru/landing/transsib/en.html

Streifzug durch die Wüste Gobi

Die letzte Etappe mit der Transsibirischen Eisenbahn von Ulan Bator nach Peking verläuft quer durch die Mongolei und streift die riesige Wüste Gobi. Dieser Abschnitt wird eigentlich auch Transmongolische Eisenbahn genannt, da die Original-Strecke der Transsib nach Wladiwostok und nicht nach Peking führt. Die Landschaft änderte sich nach Ulan Bator allmählich von grünen Gebirgszügen zu immer mehr flachen sandigen Steppen. Immer wieder sah man wilde Pferde und  Kamele. Vor Erlian machten wir wiederum einen mehrstündigen Stop am Grenzübergang nach China. Hier wurde auch das Fahrwerk des ganzen Zuges ausgetauscht, da die chinesische Spurbreite schmäler ist als die russische. Das war ein Spektakel. Gespannt haben wir Passagiere den Vorgang mitverfolgt während wir im Zug bleiben mussten. Innerhalb einer Stunde wurden sämtliche Zugwagen angehoben, neue Fahrwerke darunter gerollt und wieder abgesenkt.
Am nächsten Morgen schaute ich gespannt aus dem Fenster. Wie sieht es wohl in China aus? Man sah viele besidelte Gebiete, rauchende Fabriken und Kraftwerke, riesige Maisfelder, aber auch schöne Gebiergszüge, welche wir durchquerten. In der Ferne konnte man auch schon die grosse Mauer entdecken.
Am Nachmittag rollen wir nach 32 Stunden Fahrt in Peking ein, und ein neues Kapitel meiner Reise beginnt in China. Insgesamt habe ich in den drei Wochen von Moskau nach Peking 7865 km auf Schienen zurückgelegt und 6 Zeitzonen durchfahren.

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Abfahrt in Ulan Bator

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Schnappschüsse aus dem Fenster

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Der mongolische Speisewagen war der Schönste

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Die mongolische Diesellok
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Wüste Gobi
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Blick aus den Zug
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Hier werden die Fahrgestelle ausgewechselt
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In der Ferne erkennt man die Chinesische Mauer
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Auch Kraftwerke und Schwerindustrie prägen in China das Landschaftsbild
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Gebiergszug vor Peking
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Autos statt Velos 🙂
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Bahnhof Peking

Terelj Nationalpark

Der Gorchi Tereldsh Nationalpark, auch als Mongolische Schweiz bekannt, liegt ca. 70 km von Ulan Bator entfernt. Ich konnte dort zwei Tage in einem Jurten Camp verbringen. Am Anfang war ich etwas entäuscht, weil ich mir vorgestellt habe, ich würde hier bei einer Familie unterkommen und Einblick in das Nomadenleben erhalten. Stattdessen war das Camp ausschliesslich für Touristen gemacht. Die Entäuschung war aber nur von von kurzer Dauer, denn die atemberaubende Landschaft dieses Schutzgebietes mit den bizarren Steinformationen boten genug für die Augen und Füsse. Und das Wetter zeigte sich wieder von seiner besten Seite. Im Camp waren wir nur eine Handvoll Touristen. Die Hauptsaison war bereits vorbei. Nachts wurde es bitterkalt. Gottlob waren die Jurten mit einem Ofen oder Infrarot-Strahler ausgestattet.

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Das war meine eigene Jurte

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50 km ausserhalb, völlig im Nichts, steht eine 45 Meter aus rostfreiem Stahl angefertigte Dschingis-Khan Statue. Hier soll später auch eine neue Stadt entstehen. Im Innern hat es ein Museum über die Bronzezeit.

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Mongolei – Ulaanbaatar

Am Samstag Morgen um 4:45 Uhr ging es dann weiter mit der Transsibirischen Eisenbahn von Irkutsk nach Ulanbaatar, oder Ulan Bator, wie die Hauptstadt der Mongolei heute auch genannt wird. Im Zug traf ich dann wieder die beiden Schweizer Mark und Gabriel, welche ich schon vor zehn Tagen von Moskau her kennen lernte und wir teilten uns wieder die Kabine noch mit Nina einer weiteren Schweizerin. Sofort wurden die Erlebnisse der vergangenen Tage ausgetauscht. Alle von uns sind am Anfang einer 3-6 monatigen Reise. Wir werden unsere Trips auf jeden Fall gegenseitig weiterverfolgen. Die Fahrt verlief während den nächsten paar Stunden alles dem Seeufer des Baikalsees entlang. Es sollte eine der schönsten Streckenabschnitte sein, da es aber stürmte und regnete, lag ich mich besser nochmals ein bisschen aufs Ohr, denn man verpasste nicht viel. Nach Ulan-Ude machten wir einen 2,5 stündigen Stop am Grenzübergang zwischen Russland und der Mongolei. Diverse Grenzpatrolien checkten Gepäck und Papiere, die  Elektrolok wurde durch eine Diesellok ersetzt und ein mongolischer Speisewagen wurde angehängt. Auch die Landschaft änderte sich allmählich. Nach 25 Stunden Fahrt trafen wir Sonntag morgen früh in Ulan Bator ein. Zu Fuss machte ich mich mit meinem spärlichen Map auf die Suche nach meiner Unterkunft.
Über die Mongolei habe ich mir im Vorfeld kaum etwas Konkretes vorstellen können. Umsomehr wurde ich in den nächsten Tagen von allem Möglichem überrascht. Erst mal durch das Wetter. Wiederum fand hier genau jetzt ein Temperatursturz statt und es begann sogar leicht an zu schneien. Dabei lagen die Temperaturen nur wenige Tage zuvor noch bei 20º Grad. Aber mit jedem weiteren Tag wurde es dann sonniger und wieder wärmer. Ulan Bator liegt auf 1400 m ü. M. und ist die Hauptstadt mit den tiefsten Jahresdurchschnittstemperaturen.

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Die Mongolen sind ein kurliges Völkchen. Irgendwie sehen sie aus wie braungebrannte Chinesen, sind eher kleinwüchsig, und immer wieder zu Spässchen aufgelegt. Bloss 2,4 Milionen  Einwohner besiedeln das riesige Land, die hälfte davon wohnt in Ulan Bator. Zu meinem Erstaunen sprechen sie hier in der Stadt sehr gut Englisch. Heute können sie sich in der Schule zwischen Russisch und Englisch als Fremdsprache entscheiden und praktisch alle würden sie Englisch wählen. Auch mit den Chinesen sprechen sie Englisch, denn die mongolische Sprache hat nichts weder mit Chinesisch noch mit Russisch zu tun. Sie verwenden lediglich die kyrillische Schrift. Wenn man als Europäer durch die Stadt läuft, wird man immer wieder angeschaut und gemustert. Die mongolischen Kinder sind mega herzig. Oft ruften sie mir „Hello“ zu, und mussten kichern, wenn ich Hello zurück rief.

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In Ulan Bator wird gebaut, was das Zeug hält. Seit dem Zerfall der Sowjetunion, ist die äussere Mongolei ein eigener Staat und der jahrelange Sparkurs unter der kommunistischen Führung wird jetzt nachgeholt. Die Leute haben einen eigenen Pass erhalten und dürfen seither wieder in Ausland reisen. Natürlich geht dieser Prozess nicht ganz ohne Probleme. Immer mehr Nomaden wollen in der Stadt wohnen und ziehen mit ihren Jurten an den Stadtrand. Da die Jurten alle noch mit Kohle oder Holz beheizt werden, entsteht hier über der Stadt eine dunkle Smog-Wolke. Darum werde jetzt sehr viel neue Wohnungen erstellt. Die Preise steigen aber sehr schnell an, so dass sich viele eine Wohnung in einem Wohnblock gar nicht mehr leisten können. Die Veränderung in die freie Marktwirtschaft geschah auch sehr schnell. Das Land ist reich an Rohstoffen. Diese werden nun von ausländischen Firmen abgebaut und das Geld fliesst in die Hände einzelner Politiker und Unternehmer.

Besonders gut gefallen hat mir das Gandan Kloster, das Buddhistische Zentrum der Mongolei. In dieser Anlage befindet sich  neben den Gebetstempel auch eine Lamaistische Hochschule. Inmitten der Buddhistischen Mönchen, Touristen und Tauben, possierte auch ein Heiratspaar. Der Buddhismus war hier früher sehr stark verbreitet. 1937-38 wurden aber praktisch alle der 750 Klöster von der kommunistischen Regierung verbrannt und tausende von Mönche hingerichtet. Die Buddhistische Kultur wurde weitgehend ausgemerzt. Man hatte Angst, dass die Mönche durch ihre Verankerung in der Gesellschaft zuviel politischen Einfluss nehmen könnten. Seit Anfang der neunziger Jahre herrscht hier wieder Glaubensfreiheit und der Buddhismus, wie auch der Schamanismus florieren wieder.

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Insel Olchon

Der nächste Ausflug geht zur Insel Olchon im Baikalsee. Ich werde hier 3 Übernachtungen verbringen. Der Transfer erfolgte mit einem Kleinbus, welcher immer wieder neue Leute unterwegs einsammelte. Der Fahrer bretterte mit überhöhtem Tempo dem mittlerweile mit 16 Personen überfülltem Bus über die teils schlecht ausgebauten Strassen, touchierte hin und wieder den Schotter am Strasserand, so dass es mir zeitweise schon etwas mulmig wurde. Die Fahrt dauerte mit der Überfahrt mit der Fähre ca. 6 Stunden. Auf der Insel selbst gibt es keine asphaltierten Strassen. Strom gibt es hier erst seit etwa 8 Jahren. Der mehr oder wenige einzige kleine Ort auf der Insel heisst Chuchir und wird vorwiegend von Burjaten, einer Volksgruppe mongolischer Herkunft bewohnt. Die wunderschöne Landschaft wird durch Steppe und Wald geprägt. Der Wald besteht hauptsächlich aus Birken, Lärchen und Fichten. Die Birkenwälder haben mittlerweile eine leuchtende grüngelbe Farbe angenommen.
Ich hatte wärend dieser Zeit die Gesellschaft von drei Holländischen Ladies, da sie den selben Ausflug buchten und in etwa die selben Sachen unternehmen wollten wie ich. Unweit von meiner Unterkunft war der berühmte Schamanenfels, welcher als beliebtes Sujet auf vielen Fotos zu sehen ist. Wobei der wirkliche Anblick noch sagenhafter ist.

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Der Schamanenfels

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An einem Tag fuhren wir mit einem alten Transporter in den nördlichsten Teil der Insel, machten Wanderungen und hatten Picknick. Die Fahrt erfolgte über rumplige Landwege durch das sandige Gelände. Der Guide sprach gut Englisch und Deutsch und erzählte uns viel vom Leben auf der Insel. Er hat uns auch die Ruinen eines zerfallenen Lagers gezeigt, wo die Leute damals hingebracht worden sind. Meinen kritischen Fragen betreffend wieviele Leute und von wo sie kamen, wich er aber immer wieder aus und sagte, man versuche die Geschichte aufzuarbeiten und die Gräueltaten Stalins zu verstehen. Vieles hätte mit der Bedrohung vom Westen und deren  Propaganda zu tun. Das hat mich dann schon etwas überrascht, dass selbst junge gebildete Leute hier immer noch ein, ich sag jetzt mal, etwas verzerrtes Weltbild haben.

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Mit diesem Fahrzeug fuhren wir auf der Insel rum – russische Standhaftigkeit bewährt sich hier

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Am nördlichen Zipfel von Olchon

Am nächsten Tag war Mountain Biken angesagt. Mit gemieten Bikes fuhren wir auf die andere Seite der Insel. Das hügelige Gelände eignet sich bestens zum Biken. Es tut auch gut sich nach der langen Bahnfahrt wieder mal richtig auszutoben.

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Baikalsee

Der Baikalsee ist der grösste Süsswassersee der Welt. Mit einer Länge von 636 km und einer Tiefe von bis zu 1637 m 85 mal so gross wie der Bodensee. Ich hatte eine Übernachtung in Listwjanka. Dieser kleine Ort liegt direkt am Baikalsee, wo auch der einzige Abluss, die Angara, aus dem See fliesst. Man erreicht Listwjanka mit einer Stunde Autofahrt von Irkutsk. Dort besuchte ich ein interessantes kleines Museum über die Biologie in, und um den Baikalsee. Danach erstieg ich einen Aussichtspunkt. Weil es Sonntag war und wieder mal prächtiges Wetter füllte sich der Ort zunehmend mit russischen Wochenendausflügler von Irkutsk. Am lokalen Markt wurden zahlreiche geräucherte Fische aus dem See angeboten. Dies liess ich mir natürlich nicht entgehen. Die Fische schmecken vorzüglich. Von hier aus startet auch der Baikal Trek,  welcher bereits über etliche km mehr oder weniger dem See entlang führt und ständig durch Freiwilligenarbeit weiter ausgebaut wird. Ich konnte zumindest ein Stück davon begehen. Leider war mein Aufenthalt hier zu kurz, um eine grössere Strecke davon zu wandern.

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Aussicht auf den Baikalsee

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Meine Unterkunft im Chalet

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Fischmarkt in Listwjanka

Irkutsk

Irkutsk, die Hauptstadt Ostsibiriens hat ca. 600’000 Einwohner und liegt in der Nähe des Baikalsees. Es wird mein Ausgangspunkt für verschiedene Touren an den Baikalsee sein. Ich wusste zuvor nicht genau, wie ich in meine Unterkunft komme. Ich wurde jedoch wie abgemacht von einem Fahrer, trotz klirrender Kälte und einer guten Stunde Verspätung am Bahnhof abgeholt und zur meiner Unterkunft gebracht. Alles hat bestens funktioniert. Ich lebe hier bei einer Familie zuhause in einem einfachen aber hübschen Zimmer mit Sternen an der Decke, welche Nachts nach dem Lichtausschalten leuchten. Die Frau der Familie heisst Tatjana. Sie kann relativ gut Englisch. So konnten wir uns jeweils beim morgentlichen Kaffee (der war sensationell gut) über alles Mögliche unterhalten. Sie erzählte mir vom Leben hier im Winter, der Perestroika, ihren Haustieren (Hund, Katze, Vogel und eine Riesenschnecke) und wir tauschten unsere Lebengeschichten aus. Das war höchst spannend. Solche Konversationen mit den Menschen hier habe ich mir sehr gewünscht.
In Irkutsk nahm ich mir Zeit für einen ausgedehnten Stadtbummel. Die Highlights waren der grosse Markt, die sibirischen Holzhäuser, das naturhistorische Museum, die Statuen und Kirchen. Hier einige Impressionen:

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Lenin lässt grüssen

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Täglicher Markt

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Typisches sibirisches Holzhaus

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Komisch wenn du deinen eigenen Namen in der Speisekarte findest 🙂
Es handelt sich um einen verbreiteten russischen Salat.

Transibirische Eisenbahn

Mein Zug Nr. 4 sollte um 21:35 vom Bahnhof Jaroslavsky losfahren. Es gibt mindestens 6 Bahnhöfe in Moskau für die Bahnverbindungen in alle Richtungen. Ich rechnete mal eine Stunde Reserve für Unvorhergesehenes ein, denn ich musste den Bahnhof auch noch finden und man weiss ja nie, was noch alles dazwischen kommt. Ich war schon ganz nervös. Wie wird der Zug in Echtheit aussehen? Wieviele Leute werden dort warten? Wie wird das ganze ablaufen? Das kyrillisch habe ich mittlerweile im Griff und ich konnte den Zug  und Gleis auf der grossen Abfahrtstafel am Bahnhof entnehmen. Der Zug fuhr schliesslich 15 min. vor Abfahrt ein. Er war mit 16 Wagen bestückt. Beim Einsteigen entnimmt der Bahnbegleiter als erstes dein Ticket und zeigt dir die Kabine. Das Ticket erhält man beim Verlassen des Zugs wieder. Kaum in der Kabine, steigen noch zwei junge Burschen aus der Schweiz zu. So ein Zufall dachte ich zuerst, aber vermutlich wurden alle, welche die Tickets über Globotrain bestellt haben, in die selbe Kabine gebucht. Das war gut so, somit hatte ich gesellige Gesprächspartner und wir konnten uns bereits über unsere Erfahrungen in Moskau, sowie unsere weitere Reisepläne unterhalten. Gabriel und Marc werden die ersten 2 Tage bis nach Omsk mit mir die Kabine teilen und wie wir festgestellt haben, 9 Tage später in Irkutsk wieder auf dem selben Zug wie ich weiterfahren. In der 2. Klasse sind es 4er, in der 1. Klasse 2er Kabinen. Zu unserem Erstaunen war der Zug halb leer. Ich stellte mir im Vorfeld eher ein Riesengedränge und geselliges Treiben vor. Dem war überhaupt nicht so. Es war sehr ruhig. In unserem Wagon waren gerade mal 3 von 9 Kabinen besetzt. Nebenan noch zwei Japanische Stundenten, welche gottseidank English sprachen. Diese waren ganz angetan von der Schwiezer Schokolade, die ich mit ihnen teilte und wollen mich unbedingt in Kyoto wieder treffen. Das Zugpersonal waren ausschliesslich Chinesen. Vermutlich weil der Zug bis nach Peking durchfährt. Englisch konnten sie keines, aber wir konnten uns mit Zeichen aller Art verständigen.
Am nächsten Morgen sah man dann zum ersten mal die bezaubernde Landschaft. Wälder, Wiesen, ab und zu Flüsse die überquert werden und abgelegene Dörfer. Sensationell! Aber auch unzählige zerfallende Fabrikgebäude, verlassene Wohnblöcke und offene Mülldeponien sind zu sehen. Da frage ich mich schon, ob das jemals jemand aufräumen wird? Vermutlich wird das mal ein potentielles Geschäftsmodell für private Firmen werden, aber dafür ist es wohl noch zu früh. Erst durch die tagelange (und nächtliche) Fahrt wird einem bewusst, wie gross dieses Land wirklich ist. Die Landschaft ändert sich ein wenig nach dem Überqueren des Urals bei Jekatherinenburg. Dort verläuft auch die Kontinentalgrenze zu Asien. Die grossen Stationen auf diesem Abschnitt sind Kirov, Perm, Jekatherinenburg, Omsk, Novosibirsk, Krasnojarsk und Irkutsk. Viele davon wurden in der Nacht angefahren, so dass man es u. U. gar nicht mitkriegt.
Der Zug ist eher rustikal eingerichtet. Die Liegen sind hart, das Klo war zwar sauber, trotzdem ist man froh, wenn man es nicht braucht. Toilettenpapier hatte es am ersten Tag, danach wurde kein neues mehr bereitgestellt und es war kalt, vorallem nachts. Aber das ist genau das, was die Transsib ausmacht. Wer weiss, vieleicht wird dieser Zug bald einmal durch einen klimatisierten Luxuszug ersetzt, dann bin ich froh, wenn ich das vorher mal erlebt habe. Während der Fahrt verliert man komplett das Zeitgefühl. Permanent zieht die sibirische Landschaft an einem vorbei. Täglich kann man die Uhr um eine oder zwei Stunden vorstellen, weil man wieder in eine neue Zeitzone gefahren ist. Wenn es dunkel ist, oder wenn man müde ist, geht man schlafen. Am Samstag gegen 5 Uhr morgens nach 5191km und 3.5 Tagen Zugfahrt erreiche ich Irkutsk.
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Russisches Frühstück

Moskau

Zuerst die Good News: Mein Gepäck konnte nach einigen Telefonaten geortet und nach Moskau gebracht werden. Es war offensichtlich in Düsseldorf hängen geblieben. Man versprach mir dann, dass das Gepäckstück direkt zum Hostel gebracht würde, was aber in den 3 Tagen nie geschah. Deshalb nahm ich das selbst in die Hand und fuhr nochmals den langen Weg zum Flughafen und holte das Ding selbst ab. Also, ein Problem gelöst, Gepäck ist hier, ich bin happy und es kann weiter gehen.
In der Zwischenzeit konnte ich drei schöne Tage in Moskau verbringen. Am Sonntag erkundigte ich erst mal die lokale Gegend bevor ich dann Richtung roter Platz marschierte. Ich war erstaunt wie eher ruhig es für eine solche Grosstadt war. Jedoch bei den Sehenswürdigkeiten tummelten sich dann die vielen Touristen aus aller Welt. Wenn ich es mit meinem letzten Russlandbesuch vor 15 Jahren in St. Petersburg vergleiche, hat sich schon einiges verändert. Das Preisniveau entspricht in etwa dem unserem, den Leuten scheint es gut zu gehen, die Autos sind protzig, die Innenstadt wurde rausgeputzt und ist mit allen möglichen internationalen Laden- und Foodketten bestückt. Es gibt also kaum mehr etwas, das noch an die Sowjetzeit erinnert. Die Sehenswürdigkeiten Kreml, roter Platz und die St. Basilius Kirche sind nahe beieinander. Man entdeckt aber auch abseits des Zentrums viele spezielle Sachen. Durch eine Stadtführung habe ich viel Hintergrundinformationen bekommen. In den Museen sind leider viele Dinge nur auf russisch angeschrieben. Hier könnten sie sich den wissenshungrigen Touristen schon noch mehr bieten. Die Sprache ist halt sowieso etwas hinderlich. Oft bin ich weil ich kein russisch kann nur angemurrt worden. Sobald aber jemand von neben dran übersetzte waren sie sehr freundlich.
Hier ein paar Highlights:
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Basilius Kathedrale
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Hier habe ich wieder mal etwas kaputt gemacht.

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Der Dorfladen um die Ecke.

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Immer wieder eine gute Gelegenheit, um das Kyrillisch zu testen.

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Eine besonderes Highlight ist zweifelsohne die Metro mit ihren prunkvollen Stationen. Sie pulsiert je nach Stosszeit im 2-3 Min-Takt und ist ein äusserst effizientes Transportmittel.

Morgen Abend geht’s dann los mit der Transsibirischen Eisenbahn. Diese werde ich erst wieder nach 3 Tagen in Irkutsk verlassen. Es wird also auch auf dem Blog eine Pause geben. 🙂

Startschwierigkeiten

Der Transfer in Düsseldorf sollte eigentlich in 45 Min. erfolgen, doch es kam anders! Die Boarding Zeit auf der Anzeigetafel am Gate verschob sich mehrmals. Erst um 30 Min. dann 1h, schliesslich 2h. Danach konnten wir zwar boarden, doch dann fehlte der Bus, welcher uns zum Flugzeug fahren sollte. Die Maschine hatte offensichtlich Verspätung vom vorhergehenden Flug und dann noch ein technisches Problem, welches erst behoben werden musste. Endlich im Flugzeug und bereit zum Take-off, verkündet der Captain, dass die technischen Probleme erneut wieder aufgetreten sind, und wir rollen zurück ans Dock. Nach einer weiteren Stunde kam man dann zum Entschluss, dass es sich nicht um ein technisches Problem, sondern vielmehr um eine falsche Anzeige handelt (kommt mir das nicht irgendwie bekannt vor, aus meinem eigenen beruflichen Umfeld?), und der Flug nun trotzdem wieder aufgenommen werden kann. Schliesslich komme ich spät abends mit 4h Verspätung in Moskau an. Dabei erinnere ich mich immer wieder an die wichtigsten Dinge, welche man beim Reisen mitbringen muss: Offenheit, Toleranz, Respekt und Geduld! Das Eine habe ich nun schon mal gebraucht. Bin gespannt was sonst noch so kommt… Am Flughafen Domodedowo passierte ich dann erfogreich die Pass- und Visakontrolle. Die Grenzbeamtin war sogar unerwartet höflich. Meine Freude verging dann aber zunehmends als ich am Gepäckförderband auf meinen Rucksack warte…und warte…und warte. Das darf doch nicht wahr sein! Ich beobachtete, wie die anderen Passagiere vom Flug ihr Gepäck entgegen nahmen und allmählich verschwanden. Sofort scheuchte ich ein paar russische Beamtinnen mit ihren Funkgeräten auf, die ziellos und unkoordiniert sich um das vermisste Gepäckstück zu kümmern versuchten. Nach mehrmaliger Schilderung meines Problems in Englisch gelangte ich dann endlich zu einer Beamtin, welche einen PC bedienen und eine Systemabfrage machen konnte. Leider aber auch erfolglos. Nach einem Stapel von Formularen die ich unterzeichnen durfte, ohne dass ich nur ein Wort verstand, verliess ich schlussendlich den Flughafen ohne mein Gepäck und machte mich auf den Weg Richtung Stadt zum Hostel. Dies brauchte zu meinem Erstaunen nochmals eine Stunde mit Zug und Metro. Müde und hungrig, erreichte das Hostel nach einiger Suche gegen 2 Uhr morgens Ortszeit. Natürlich war das Hostel bereits geschlossen und kein Mensch weit und breit. Die Reception war auch nicht erreichbar. Damit war dann  schon ein Tiefpunkt erreicht, den ich mir nicht ganz so vorgestellt habe. Aber es kam dann bald wieder Hoffnung auf. Ein junges Paar kam gerade vom Ausgang zurück und öffnete mir die Tür. Dann kam mir auch schon der Betreiber des Hostels entgegen, ein hilfsbereite Amerikaner. Die erste Übernachtung war also schon mal gerettet.
Mein Fazit von meinem ersten Reisetag: Die Geduldsprobe hat sich bewährt, Abenteuerfaktor ist erfüllt, Airberlin brauche ich nicht noch ein zweites Mal.
Wie es weitergeht, weiss ich noch nicht. Ich werde auf jeden Fall weiter auf dem Blog berichten. Also, stay tuned…

Jetzt geht‘ los!

Der grosse Tag ist definitiv schneller gekommen als gedacht. Alles ist gepackt und ich bin startklar am Flughafen Zürich für den Flug über Düsseldorf nach Moskau. Im Kopf kreisen noch hundert Dinge, welche ich noch hätte machen wollen, und hundert Dinge die ich allenfalls noch vergessen habe einzupacken. Durch den Stress in den letzten Tagen habe ich noch gar nicht richtig realisiert, dass es jetzt ernst gilt. Aber das wird sich bald ändern… Nach einem emotionalen Abschied von meiner Liebsten, mache ich mich nun auf den Weg bzw. auf den Flug.
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