Westcoast Experience

An der Westküste der Südinsel, oder Wet Coast, wie sie von den Kiwis mit der Anspielung auf den häufigen Regen auch genannt wird, verläuft die beliebte Touristenroute. Die Strasse führt durch endlose Küstenwälder, historische Orte und Gebirgslandschaften. Hier bin ich dann tatsächlich hin und wieder mit kurzen Regenphasen beglückt worden. Über das Wetter kann ich bis jetzt absolut nicht beschweren, denn ich hatte in den letzten 2 Wochen fast nur prächtiges Wetter erlebt. Auf halbem Weg streift man das südlichen Alpengebirge mit den beiden Gletscher Franz Josef und Fox Glacier. Der erstere hat seinen Namen von einem österreichischen Entdecker erhalten, der ihn nach dem damaligen österreichischen Kaiser benannte. Auch hier schmelzen die Gletscher in bedenklicher Geschwindigkeit weg. Vor ein paar hundert Jahren ragten diese Gletscher noch bis ins Meer. Weiter hinten befindet sich auch der 3754 m hohe Mount Cook, der höchste Berg Neuseelands. In Anbetracht, dass sich meine Reise schon bald dem Ende nähert, wollte ich nochmals etwas Prickelndes machen, bevor ich wieder in mein Alltagsleben zurückkehre. Deshalb entschied ich mich spontan für einen 30-minütigen Helikopterflug über die Gletscherlandschaften. Mein erster Flug in einem Heli. Das war sensationell!
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Westport
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Pancake Rocks
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Ein weiterer Bushwalk im Punakaiki Natonalpark
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Aussicht auf den Franz Josef Gletscher
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Drehort von Herr der Ringe
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Fox Gletscher
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Lachszucht
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Hier war’s mir wieder mal langweilig. Kein Wunder bei dem Verkehr 🙂
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Haast
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Abenteuer auf der Südinsel

Auf der Südinsel ist die Atmosphäre noch relaxter als auf der Nordinsel, denn die Ortschaften sind sehr klein und die Besiedlung sehr gering. Ich entschied mich gleich in Picton, dem Ankunftsort der Fähre, für eine Nacht zu bleiben, denn hier kann man auf den Marlborough Sounds coole Mountain Bike Touren machen. Sie setzen einem mit dem Boot an einem beliebigen Ort ab und holen dich dann an einem vereinbarten Ort und Zeitpunkt wieder ab. Der Track war stelleweise recht anspruchsvoll, aber absolut genial. Auch hier war ich praktisch alleine unterwegs und konnte mich so richtig austoben. 52 km und ca. 1500 hm kamen zusammen.
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Ankunft in Picton
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Marlborough Sounds
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Ein brandneues 29er Bike
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Die Vorder- und Hinterbremsen sind hier recht bzw. links angebracht. Es lohnt sich, das stets für den nächsten Downhill im Hinterkopf zu behalten.
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Der Weg führt durch unberührten dichten Regenwald
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Der Queen Charlotte Track ist eigentlich ein Wanderweg, welcher in 3-4 Tagen zurückgelegt werden kann. Durch seine Länge trifft man aber unterwegs nicht viele Wanderer oder Biker an.
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Mit einem Ruhetag in Nelson, bereitete ich mich für die nächste Aktivität vor. Ich machte eine 2-Tageswanderung entlang der Küste des Abel Tasman Nationalparks. Auch hier liess ich mich von einem Wasser-Taxi an einem entfernten Ort absetzen, und lief dann von dort wieder an den Ausgangsort zurück. Das Wasser-Taxi fuhr unterwegs noch an den nahe gelegenen Inseln vorbei und wir kriegten kleine Pinguine, Wasservögel und Seelöwen zu sehen. Der Wanderweg führt meist durch Küstenwälder. Immer wieder kriegt man unglaublich schöne Sandstrände und Flussmäander zu sehen. Einige Strände kann man nur bei Ebbe passieren, bei Flut muss man sie umlaufen. Die Übernachtung hatte ich auf einem Backpacker-Schiff in einer  traumhaften Bucht. Dort traf ich dann andere Abenteurer,  welche teils auch mit Kayaks im Nationalpark unterwegs waren. Ein tolles Erlebnis!
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Nelson
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Vollgas mit dem Schnellboot
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Kleiner Pinguin
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Meine Übernachtung
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Ein Gruss aus dem Paradies an alle zuhause…
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Abkühlung in Kleopatra’s Bad
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42 km sind geschafft!

Vulkane und heisse Quellen

Die Mitte der Nordinsel ist ein riesiges Vulkangebiet. Rund um Rotorua, wo ich zwei Übernachtungen hatte, blubern heisse Quellen im Park vor sich hin. Die heissen Schlammlöcher stinken aber ziemlich übel nach Schwefel. Trotzdem wird das warme Bad im schmierigen Schlamm als heilendes Spa angeboten.
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Hells Gate
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Eine grosse Überraschung war für mich der nahe gelegene Redwood Forest. In diesem Wald kann man stundenlange Wanderungen machen. Eine Attraktion dort sind die riesigen Sequoia Bäume aus Kalifornien, welche vor über hundert Jahren hier angepflanzt wurden.
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Eine weitere Wanderung machte ich im Waimangu Volcanic Valley. Dieses Tal wurde durch den Ausbruch des Vulkans Mt. Tarawera 1886 geschaffen. Somit handelt es sich hier um ein sehr junges geologisches Ökosystem. Auch hier sprühen überall heisse Quellen aus dem Boden.
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Ein weiteres Abenteuer war die Tageswanderung Vulcano Alpine Crossing im Tongariro Nationalpark. Diese soll angeblich die schönste Tageswanderung der Nordinsel sein. Also los, das muss ich verifizieren, sagte ich mir. Und es war wirklich sensationell! Die Route führte durch bizarres Vulkangebirge auf über 2000 m.ü.M. Mit den beiden Abstecher auf die Krater, die ich noch gemacht habe, kamen dann doch 25 km zusammen.
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Alle meine drei Vorsätze konnte ich bisher nicht halten: Nicht zu viel Autofahren, nicht so viele Fotos machen und nicht so viel ansehen, sondern eher ein paar Ruhetage einlegen. Aber was soll’s, es bringt alles nichts, dafür gibt es hier viel zuviele umwerfend schöne Sachen zu sehen. Schlafen kann ich dann zuhause wieder. 😉
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Historisches Städtchen Wanganui
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Danach ging es weiter Richtung Süden nach Wellington, der Hauptstadt Neuseelands. Hier hatte ich endlich wieder mal eine tolle Übernachtung in einem kleinen Vorort, mit direkter Aussicht aufs Meer. Ansonsten waren die Übernachtungen bis jetzt eher etwas trostlos. Die Preise für die Übernachtungen sind hier ziemlich saftig, wobei mich nicht unbedingt der Preis stört, sondern mehr die Qualität die man dafür bekommt. Für ein stieres Motelzimmer zahlt man gerne mal 150 NZD. Da ich aber alleine unterwegs bin, möchte ich natürlich eher in Hostels übernachten, um andere Leute zu treffen. Die sind jedoch teilweise sehr spartanisch eingerichtet und die gesellschaftliche Atmosphäre, wie ich es von Australien her kenne, kam auch nicht immer so auf. Am besten fährt man hier sicherlich mit einem Zelt, Minivan oder Camper. Wie auch immer, die zweite Nacht durfte ich dann im Auto verbringen, weil in Wellington an diesem Abend das Fussballspiel All Whites (Neuseeland) gegen Mexico stattfand und somit keine einzige Übernachtungsmöglichkeit mehr im Umkreis von 150 km zu finden war. Und da ich morgens früh um 7 Uhr auf die Fähre musste, blieb mir wohl nichts anderes übrig. Aber man ist ja flexibel, und kalt war es auch nicht. Ach ja, und das Fussballspiel war ein Qualifikationsspiel für die WM in Brasilien. Leider haben die Neuseeländer 2:4 verloren, aber gefeiert haben sie trotzdem.
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Unterkunft in Plimmerton mit Blick aufs Meer
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Die Fähre ist ein Riesending und es vergeht fast eine Stunde bis alle Fahrzeuge aus- und einmanövriert wurden. Die Überfahrt über die Cook Strait zur Südinsel dauerte ca. 4.5 h.
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Blick zurück auf Wellington

Die Nordinsel

Neuseeland besteht aus zwei etwa gleich grossen Hauptinseln. Die Nordinsel ist etwas stärker besiedelt, als die Südinsel. Die Grösse Neuseelands ist in etwa mit der von Italien vergleichbar, es leben aber lediglich 4.5 Mio Einwohner auf Neuseeland. Nach ein paar Schwierigkeiten mit der Autovermietung bin ich nun mit dem Mietwagen in Richtung Norden unterwegs. In den letzten Tagen habe ich den nördlichen Teil der Nordinsel mit dem Auto erkundigt und viele tolle Sachen besichtigt. Kaum fahrt man hier um die nächste Ecke, sieht man wieder eine neue Szenerie, eine schöner als die andere. Am liebsten möchte man immer wieder anhalten und Fotos machen, oder beim nächsten Strand etwas abhängen. Eigentlich habe ich mir vorgenommen nicht zuviel Auto zu fahren, aber die Distanzen täuschen eben gewaltig. Ich kann auf dem Blog unmöglich alles auflisten, hier ist nur eine kleine Auswahl an Impressionen:
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Glühwürmchenhöhle – mit Privatführung
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Im Wald – besonders die Farnbäume gefallen mir
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Maori Bauwerke
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Menschenleere Strände
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Cape Reinga – Der nördlichste Punkt der Nordinsel
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Wie im Paradies
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Auckland

Wenn man verschiedene, unterschiedliche Länder hintereinander bereist braucht man etwas Zeit, um am neuen Ort richtig anzukommen. Mir geht es auf jeden Fall so. Hier in Neuseeland hat es etwas länger gedauert, denn der Unterschied zu Vietnam hätte grösser nicht sein können, dazu kommen noch 6 Stunden Zeitverschiebung dazu, die zu überwinden sind. Am Anfang versucht man immer alles mit dem zuvor Gesehenem zu vergleichen. Von dem muss man sich irgendwie lösen, dann ist man wieder offen für Neues. Hier in Auckland entdeckte ich im ersten Moment nicht viel Aussergewöhnliches, was ich nicht schon vorher irgendwo gesehen hätte, aber doch ist so einiges anders. Die Sonne scheint im Norden, die Tage sind länger, Autos fahren links und die Menschen freuen sich auf den kommenden Sommer, während in einigen Kaffees bereits Weihnachtslieder gespielt werden. Auch an die Preise hier muss ich mich erst wieder gewöhnen. Während wir in Vietnam für ein Bier durchschnittlich weniger als ein Dollar bezahlten, lässt man hier für ein Pint locker mal 10 NZD liegen.
Was mir als erstes aufgefallen ist, ist der spezielle Humor, den die Kiwis überall illustrieren. Als ich nach der Ankunft mit all den vielen chinesischen Passagieren das Flugzeug verliess und Richtung Passkontrolle marschierte, sah ich den folgenden Spruch auf den Abfalleimer stehen:
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Ich konnte das Lachen nicht verkneifen, und dachte mir, die haben wohl ihre Erfahrungen mit den chinesischen Touristen auch schon gemacht.
Weitere Beispiele sah ich dann auch in der Stadt.
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Auch im Museum findet man im Regal zwischen eingelegten Meerestieren auf einmal einen Bart Simpson im Reagenzglas 🙂
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Das Museum war übrigens sehr interessant und befasste sich mit wichtigen Themen Neuselands, wie der Geschichte der Kiwis, die Kultur der Maori, die Tierwelt, Vulkane und Erbeben. In einem Simulator kann man einen Ausbruch eines Vulkans hautnah miterleben.
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Hier hat es auch wieder Bettler auf der Strasse…
Die Einwohner von Auckland sind ehemalige Europäer, Asiaten, Maori, Inder und viele andere Einwanderer. Ich habe selten schon solch eine Multi-Kulti Stadt gesehen wie diese. Am nächsten Morgen nach meiner Ankunft lese ich in der Zeitung von den immensen Schäden, welcher der Taifun Haiyan in den Philippinen angerichtet hat. Zur selben Zeit freut man sich auf der anderen Seite der Erde über die Milliardengewinne des Börsengangs von Twitter. Eigentlich ist das krasse Ungleichgewicht auf unserer Welt für mich keine neue Erkenntnis, aber durch das Reisen sieht man das alles durch eine etwas neutralere Brille und es wird einem viel bewusster.
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Rund um das Stadtzentrum ragen kleinere Vulkankrater empor. Der prominenteste ist der Mt. Eden, von welchem man eine schöne Aussicht auf die Stadt hat. image
Sicht auf die Stadt vom Hafen
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Wer hat schon wieder die schnellsten Segelschiffe? Die Neuseeländer sind auf jeden Fall mächtig stolz auf ihren Titel im Americas Cup. Zudem haben auch gleich Zugänge zu zwei Meeren. Das Tasmanische Meer und der Südpazifik. In nur einem Tag kann man hier von der einen Küste zur andern wandern.
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Eine tolle Aussicht bietet auch die Aussichtsplattform des unübersehbaren 328 m hohen Sky Tower. Mutige können von hier oben auch einen 192m Bungee Sprung machen. Mir hat der Gang auf dem Glasboden gereicht.
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Bereits in der Stadt ist mir die einzigartige Vegetation und die speziellen Baumarten aufgefallen.

Fazit Vietnam

Vietnam ist ein tolles Land, welches ich als Feriendestination nur empfehlen kann. Susanna und ich hatten eine schöne und erlebnisreiche Zeit hier in Vietnam, an die wir uns noch lange zurück erinnern werden. Für einen Besuch in Vietnam sollte man aber mindestens 3 Wochen Zeit einplanen, um das Wesentlichste zu sehen. Uns haben vor allem die zuvorkommende Gastreundschaft, die vielseitigen Möglichkeiten, das gute Essen und die Ursprünglichkeit des Landes sehr gefallen. Ein grosser Teil des gesellschaftlichen Lebens der Einheimischen spielt sich hier auf dem Trottoir ab. Kochen, Essen, Verkaufen, Spielen, Moped reparieren oder tanken. Hin und wieder sieht man sogar Leute, die auf ihrem geparkten Moped schlafen, vermutlich um nichts zu verpassen. Es geht hier auch ohne McDonalds, Ikea und co. Die Frage ist nur, wie lange noch. Trotzdem kriegt man in den Touristen Hotels den westlichen Luxus geboten und das zu einem unglaublichen Preisleistungsverhältnis. Die Menschen sind hier sehr bemüht den Touristen den bestmöglichen Service zu bieten. Wir hatten tolle Begegnungen mit den kontaktfreudigen Menschen hier, wobei ihr Englisch die Kommunikation meist auf das Wesentliche begrenzte. Wie in den meisten Ländern in Südostasien, gibt es hier Lebensmittel wie Früchte, Fisch und Reis im Überfluss. Wobei ich mich mit dem Verzehr von Fisch etwas zurückgehalten habe, nachdem ich gesehen habe, in welchen Gewässern hier überall gefischt wird. Wie, und wohin sich das Land weiterentwickeln wird, dürfte eine spannende Frage bleiben. Seit dem Ende des Kriegs anfangs der Siebziger Jahre hat sich die Population verdoppelt. Ob das der richtige Weg ist, lasse ich mal dahin gestellt.
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Früchtebar
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Tankstelle
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Etwas Mühsam empfanden wir die Beschaffung von Geld. Die lokale Währung ist der Dong. Da vieles noch mit Cash bezahlt wird, lohnt es sich, sich mit ein paar Millionen Dong auszurüsten. Auf der Kreditkarte fallen hohe Bezugsgebühren an und es werden bei jeder Bezahlung 3% zusätzlich belastet. Dieses Geld kommt nicht etwa der lokalen Bevölkerung zu, sondern fliesst direkt in die Taschen der Kreditkarteninstitute. Bancomaten mit dem Maestro Signet hat es eigentlich sehr viele, aber die meisten funktionierten mit unseren Karten nicht. Um endlich einen funktionierenden ATM zu finden, kostete es uns Stunden und einige Extrakilometer. Der Dollar wird übrigens auch noch immer gerne als Zahlungsmittel genommen.
Nun geht ein weiteres Kapitel meiner Reise zu Ende. In den letzten 8 Wochen habe ich mich an viele Gepflogenheiten der Asiaten gewöhnt, kennen und schätzen gelernt. Essen, wie Hamburger, Pommes oder Pizza wirken bereits völlig entfremdend für mich. Da werde ich wohl spätestens in Neuseeland wieder umstellen müssen.

Transit Terminal Guangzhou

Die Tage in Vietnam sind sehr schnell vergangen und Susanna muss leider wieder nach Hause, während ich meine Weiterreise nach Neuseeland fortsetze. Auf Grund vom gewählten Abreisedatum und der Wahl der Airline in meinem Flug-Arrangement, hat sich der Transfer von Saigon nach Auckland leider etwas umständlich gestaltet. Der Flugplan sah einen 5.5-stündigen Zwischenstop in Guangzhou (China) vor, was eigentlich nicht mal auf dem Weg liegt. Dieser Hub habe ich bereits auf dem Hinweg von Tokio nach Hanoi kennengelernt. Kaum angekommen, erreicht mich auch schon ein SMS vom Reisebüro (danke, ihr seit schneller als die Chinesen), dass der Weiterflug nach Auckland sich um 2 h verschiebt, also auf 2:30 nachts. Als Grund konnte ich nicht mehr als „Weather“ in Erfahrung bringen, wobei weder in Guangzhou noch in Auckland schlechtes Wetter war. Ich vermute aber, es war wegen dem Taifun Haiyan, der über den Philippinen wütete. Das war vielleicht öde, so viel Zeit in einem so langweiligen chinesischen Transfer-Terminal zu verbringen. Ausser überteuerte Duty Free Shops gab es hier gar nichts. Vielleicht kann sich jemand an den Film „Terminal“ mit Tom Hanks erinnern. Na ja, soviel Zeit hatte ich dann auch wieder nicht, um so viel anzustellen, aber das Gesicht ist mir hier schon ziemlich eingeschlafen.
Da muss ich durch! Geduld haben und Blogs schreiben. Jetzt nur noch 11 Stunden Überflug nach Auckland, dann ist es geschafft. Und Neuseeland wird alles andere als langweilig werden!
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Noch schnell ein letztes Foto von Saigon…
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Transit Terminal
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über den Wolken in einer neuen Boing 787 – Dreamliner
(geträumt habe ich von Neuseeland, aber nur ganz kurz)

Ho-Chi-Minh City (Saigon)

Die letzten 4 Tage haben wir im Süden in Ho Chi Minh City, oder Saigon, wie die Stadt früher vor der Wiedervereinigung genannt wurde, verbracht. Wie in Hanoi, sind die Strassen auch hier von unzähligen Mopeds geflutet, wobei hier die Strassen noch etwas breiter sind und noch mehr Autos im Verkehr mitmischen als in Hanoi. Da ich wieder mal suboptimal vorbereitet war, konnten wir den genauen Standort unseres Hotels nicht genau ausfindig machen. Darum entschlossen wir uns im Stadtzentrum angekommen, ein Taxifahrer zu fragen. Dieser schwafelte etwas von 2 km. Nach dem üblichen feilschen brachte er uns dann dort hin, das waren aber keine 500m. Er hätte doch mindestens noch einen Umweg für uns fahren können 😉 Unser Hotel befand sich inmitten eines lebhaften und lauten Touristenquartiers, mit vielen Bars und Restaurants. So kam es, dass selbst ich als Tiefschläfer nachts aufgeweckt wurde und wir darauf in ein ruhigeres Zimmer auf der Hinterseite des Hotels wechselten.
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Auf dem Saigon River haben wir eine abendliche Schiffsfahrt genossen. Diese erinnerte mich etwas an die Schiffsfahrt in Shanghai, nur war in HCMC alles etwas kleiner und die Skyline nicht so pompös. Am nächsten Tag besuchte ich das Kriegsmuseum, während Susanna den Besuch bei den Wildkatzen im Zoo vorzug. Vor dem Museum sind von den Amerikanern zurückgelassene Flugzeuge und Helikopter ausgestellt. Im Innern werden vor allem Bildern von den damaligen Ereignissen und den Kriegsopfer gezeigt. Ehrlich gesagt hatte ich etwas mehr erwartet. Meiner Meinung nach fehlte jegliche Information, was damals politisch eigentlich genau geschah und wie es zu diesem sinnlose Krig gekommen ist. Das ist doch vor allem für die jüngere Generation wichtig, um die Zusammenhänge zu verstehen. Stattdessen wird alles nur einseitig aus Sicht der Gewinner dargestellt. Jedoch angesichts des Eintritspreises von umgerechnet 60 Rp. ist es ein Besuch auf jeden Fall wert.
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Vietnamesischer Panzer vor dem Kriegsmuseum
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Ein weiteres Highlight ist auch die Bar im 52. Stock des 265 m hohen Financial Towers, der erst 2010 fertiggestellt wurde. Diese bietet einen tollen Ausblick auf die Stadt während der Dämmerung. Danach gönnten wir uns noch eine 70-minütige Fuss- und Nacken-Massage. Geschont wird man dabei nicht, wenn sie z.B. mit dem Knie in deinen Rücken drücken. Die Massage war aber äusserst professionell und wohltuend.
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Wiedervereinigungspalast
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Hauptpostgebäude
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Notre Dame – die Franzosen haben der Architektur hier ihre deutlichen Spuren hinterlassen
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Fortbewegt haben wir uns hier entweder zu Fuss oder wir sassen einem Motorodfahrer auf, welche uns an den gewünschten Ort brachten. Der Spassfaktor war immer garantiert 🙂

Hoi An

Die Weiterreise von Hue nach Hoi An haben wir diesmal mit dem Bus gemacht. Für die 120 km brauchten wir glatte 4,5 Stunden. Die hätte man in der Zeit auch locker mit dem Motorrad zurücklegen können, aber die Strassenverhältnisse lassen kein schnelleres Reisetempo zu.
Meine Reise mit dem Zug ist somit in Hue beendet, ab jetzt geht es mit Flugzeug, Bus und Mietauto weiter. Insgesamt habe ich nun 13’755 km mit dem Zug zurückgelegt. Mit der Transsib 7865 km, in China 2646 km, in Japan 2044 km, in Vietnam 1200 km.
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Der Zug von Hanoi nach Hue

Hoi An ist ein relativ kleines Städtchen in Zentral Vietnam. Wir sind hier in einem sog. Homestay zu Gast bei einer vietnamesischen Familie untergekommen. Die Familie war total herzlich und gab sich alle erdenkliche Mühe, damit sich ihre Gäste richtig wohl fühlen. Zum Frühstück gab es jeweils u.a. die von mir heiss begehrte vietnamesische Spezialität Pho, eine Nudelsuppe mit Rind- oder Hühnerfleisch. Eine weitere kulinarische Spezialität, die wir bestimmt mit nach Hause nehmen werden, ist der hiesige Eiskaffee mit Kondensmilch.
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Family Camellia
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Pho
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Vietnamesischer Eis-Kaffee

Da es uns uns hier sehr gefiel und sich die Wettersituation in den nächsten paar Tagen auf Grund einem sich nähernden Typhoon bald ändern könnte, haben wir uns spontan entschlossen unseren Aufenthalt hier von 2 auf 4 Übernachtungen zu verlängern. Dies gab uns Gelegenheit, uns an dem nahe gelegenen Sandstrand zu entspannen, frische Kokosnüsse zu trinken und in die grossen Wellen zu springen.
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Mit den von der Familie geliehenen Fahrrädern konnten wir auf einfache Weise die Gegend erkunden, so auch die Altstadt. Bei Einbruch der Dunkelheit verwandelt sich die ehemalige Handelsstadt durch die unzähligen Lampione in ein glühendes Lichtermeer. Am Flussufer der Stadt reihen sich die Restaurants und Shops, welche teils mit lauter Musik dem Bedürfnis der Touristen nachzukommen versuchen, was sich nicht immer so ganz mit der feierlichen nächtlichen Stimmung vereinbaren lässt.
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Hier haben wir auch die Gelegenheit genutzt und eine von einem Restaurant angebotene Cooking Class (Kochkurs) besucht. Wir haben innerhalb einer guten Stunde unser vegetarisches Mittagsmenü durch die Anweisungen und die Unterstützung des Kochs selbst gemacht. Es gab Frühlingsrollen, frittierter Tofu mit Lemongrass und Chili und gebratene Nudeln mit Gemüse. Das Essen hat uns hervorragend geschmeckt. Damit wir es zu hause nachkochen können, ist unser Koch noch einmal alles mit uns durchgegangen und liess uns nicht eher von dannen ziehen, bis wir die Rezepte auch ohne den Spickzettel aufsagen konnten.
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Et voila!