Sapa

Mit dem Nachtzug gingen wir für drei Tage in das im Norden Vietnams liegende Bergdorf Sapa. Der Zug war ein richtiger Schüttelbecher, deshalb haben wir nicht wirklich viel geschlafen. In unserem Abteil im Zug war ein vietnamesisches Paar mit ihrer sechsjährigen Tochter. Die Familie konnte praktisch kein Englisch, aber mit unseren Übersetzungstools begann bald eine rege Konversation und der Mann hörte fast nicht mehr auf uns Fragen zu stellen. Er konnte nicht begreifen, warum wir keine Kinder haben. Sapa selbst liegt auf 1600 m. Um dorthin zu gelangen braucht es vom nächstgelegenen Bahnhof nochmals eine stündige Fahrt mit dem Bus. Susanna hat uns einen super Preis für den Transport mit dem Kleinbus ausgehandelt. Sie macht das sehr geschickt, ja nicht blind zahlen was einem so offeriert wird. Wir haben dann aber nicht schlecht gestaunt, als wir von einem in Vietnam lebenden Amerikaner, der auch mitfuhr, erfuhren, dass er nochmals die Hälfte weniger bezahlt hat als wir. Nun, geschmerzt hat es uns nicht, denn wir sprechen hier von umgerechnet 2 SFr für die stündige Fahrt, aber wir kriegen allmählich das Gefühl dafür, wieviel wir hier für solche Sachen bezahlen müssen.
Sapa ist ein sehr interessanter Ort. In dieser Region leben verschiedene Bergstämme mit verschiedenen Sprachen und Traditionen. Im ganzen Gebiet sind Reisterrassen angelegt. Der Ort Sapa gilt als wichtiger Marktplatz, wo die Bergvölker zusammenkommen und ihre Waren anbieten und austauschen. Am zweiten Tag haben wir eine geführte ganztägige Trekkingtour durch die Bergregion gemacht. Wir hatten Glück, das Wetter war nach dem regnerischen Vortag wieder wunderprächtig und angenehm von der Temperatur her. Unser 17-jähriger Tourguide ist selbst auch ein lokal Ansässiger und erzählte uns allerhand Interessantes über das Leben hier. Immer wieder wollte er mit Susanna Französisch sprechen, um seine Französischkenntnisse aufzubessern, was mich nur mässig begeisterte 😉 Die Aussichten über die Reisterrassen waren wunderbar, obwohl der Reis im August geerntet wurde, und dadurch die Farben nicht so leuchtend grün waren, wie man das oft auf Bildern sieht. Am nächsten Tag gönnten wir uns den Spass und mieteten einen Roller, um in den Passstrassen rum zu kurven und Wasserfälle zu besichtigen. Unterwegs haben wir uns zu einer Gruppe Einheimischer dazugesellt, die gerade in ihrem Unterstand Essen auf dem Grill hatten. Die hatten sehr Freude an unserem Besuch und offerierten uns Reisschnaps, Tee und Eier. Verständigt haben wir uns vorwiegend über Zeichensprache. Unser Geld wollten sie nicht annehmen, wir waren ihre Gäste. Immer mehr finden wir gefallen an dem noch etwas wilden und ursprünglichen Land und erkennen, dass es hier sehr viele unkomplizierte Möglichkeiten gibt sich fortzubewegen und mit den Menschen in Kontakt zu kommen.
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Junge Frauen der Bergstämme kommen nach Sapa um den Touristen ihren Stickereien zu verkaufen
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Markt in Sapa
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Im ganzen Tal sind Reisfelder angebaut
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Unsere treuen Begleiterinnen
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Vielfältiges Mittagessen, auch vegetarisch.
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Reisterrassen
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Wer ist hier stärker?
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Indiana Jones
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Fahrt mit dem Motorroller
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Besuch bei Einheimischen
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Aussicht von der Passhöhe
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Tinh Yeu Wasserfälle
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Ein Gedanke zu “Sapa

  1. Hoi Oli, Hoi Sanna
    Viele Gruesse aus Argentinien. Bin gerade Euch gegenueber auf der Kugel. Hier ist einiges anders. Hier heiss der Adler Condor und der Rotwein Tinto. Gestern waren wir Churrasco essen, die Dicke wird nur in ganzen Inches ausgedrueckt. Eben kommt Othmar gerade vom Einkaufen zurueck, heute sind eine Menge argentinische Freunde eingeladen es gibt ein Assado, ein Grillfest. Sicher liegt ein halbes Black Angus Rind im Kuehlschrank. Die sind nicht zimperlich hier, die Gauchos mit dem Essen. Die verbleibenden Hohlraeume derden mit dem Tinto ausgefuellt.
    Hasta luego amicos
    Don Otto de la Plata

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