Vorbereitungen

Vorfreude

Diese Reise ist zweifelsohne ein riesen Highlight für mich. Einmal im Leben einfach losziehen und sich dem Abenteuer Reisen zu widmen. Ein Traum! Was verspreche ich mir von diesem Trip? Ich habe eine Liste von Länder ausgewählt, über die ich schon viel gehört und gelesen habe, aber noch nie Bereist habe. Die Fahrt in der Transibirischen Eisenbahn wollte ich schon immer einmal machen. Jetzt ist die richtige Gelegenheit dazu. Die Kultur und der Lebensstil der Asiaten interessirt mich sehr. Aber entspricht es auch dem, wie ich es mir Vorstelle? Ich hoffe auch, dass ich viele Begegnungen mit den ansässigen Menschen haben werde und das eine oder andere Gespräch, trotz den sprachlichen Barrieren möglich sein wird. Ich freue mich auf viele Geschichten.

Visas

Für meine Tour brauche ich insgesamt 4 Visas (Russland, Mongolei China und Vietnam) und ein ESTA für den Rückflug mit Zwischenlandung in den USA. Die Besorgung der Visas nimmt mehr Zeit in Anspruch als man denkt, es lohnt sich also hier frühzeitig damit anzufangen. Ich habe im Mai festgestellt, dass mein Pass nur wenige Tage als 6 Monate über das Ausreisedatum von Russland gültig ist. Das heisst, ich durfte noch einen neuen biometrischen Pass beantragen, was natürlich noch vor den Visaanträgen geschehen musste. Die Wartezeit für die Erfassung der biometrischen Daten war sagenhafte 2,5 Monate. Und schon wurde es knapp! Die Visas können nur sequentiell eines nach dem anderen beantragt werden, da der Original-Pass für den Antrag immer mitgeliefert werden muss. Schlussendlich hat dann aber alles zeitlich noch hingehauen und ich habe mein letztes Visa eine Woche vor der Abreise zugestellt bekommen.

Planung vs. Abenteuer

Die schönste Zeit ist die Vorfeude, sagt man, was ich durchaus bestätigen kann. Immer wieder gehe ich die Reise in Gedanken durch, recherchiere nach möglichen Sehenswürdigkeiten und pflege eine Liste von Pendenzen, welche vor der Abreise noch zu erledigen sind. Diese wird im Laufe der Zeit immer grösser statt kleiner. Es stellt sich natürlich immer wieder die Frage, wieviel denn im Vorfeld überhaupt geplant werden soll? Verliert man durch zu feste Planung nicht an Flexibilität und Abenteuer-Potential? Auf der anderen Seite gewinnt man aber auch an Effizienz. Wertvolle Zeit mit Buchungen von Unterkünften und Transportmittel kann unterwegs eingespart werden, wenn dies im Vorfeld bereits gamacht wurde. Auch schränkt sich die Verfügbarkeit von begehrten Hotels oder günstigen Sitzplätzen ein, je länger man mit der Buchung wartet. Was die Flüge betrifft, fährt man preislich sicher besser, wenn man diese so früh wie möglich im Voraus bucht. Das zwingt einem jedoch, den groben Raster der Reise im terminlichen Verlauf festzulegen. Spätestens für die Ausstellung der Visas sollte das genaue Einreisedatum des jeweiligen Landes bekannt sein. In meinem Fall habe ich die Flüge und die Zugfahrten der Transsib schon drei bis vier Monate im Voraus gebucht. Ein paar Hotels in China und Japan nach dem Anflug sind auch festgelegt. Im zweiten Teil der Reise in Vietnam und Neuseeland ist dann praktisch nichts mehr fixiert. Ich habe zwar einige Ideen, was ich gesehen und erlebt haben will, das Wann und Wie ist aber noch völlig offen.

Die Fragen um den Rucksack

Eine grosse Reise muss gut vorbereitet sein. Eine zentrale Frage, welche sich bald stellt, ist die Frage des optimalen Rucksacks. Nach längerer Recherche im Angebot der zahlreichen Outdoorshops realisierte ich, dass viel mehr hinter dem Thema steckt als zuvor angenommen. Um hier zu wissen, welches Modell mit welcher Grösse sich optimal für die Reise eignet, muss man sich zuvor mit grundsätzlichen Fragen der geplanten Reise auseinander setzen. Wie lange dauert die Reise? Welches Transportmittel wird benützt? Wie ist das Klima? Welche Aktivitäten sind geplant? Möchte man unterwegs viel kaufen? Wie möchte man reisen, einfach oder luxuriös?
Mit dem ‚wie‘ habe ich mich dann etwas länger auseinandergesetzt. Am liebsten würde ich mit einem leeren Rucksack starten und keine (Alt-) Lasten mit mir rumschleppen müssen. Der Rucksack wird sich dann durch die vielen gewonnen Eindrücke und Erlebnisse allmählich füllen. Dies symbolisiert zwar meine Offenheit und Interesse gegenüber den zu bereisenden Länder und Kulturen, hilft mir in der Entscheidung auch nicht viel weiter. Ich habe mir dann alle Dinge, die zwingend mit müssen auf einem Haufen vorgestellt, um mir eine Idee über das Volumen zu verschaffen. Mit den mir wichtigsten Eigenschaften Leichtigkeit, Flexibilität und Funktionalität habe ich mich dann nochmals auf die Suche gemacht…
Ach so, und jetzt nochmal zurück zur eigentlichen Frage. Für welchen Rucksack habe ich mich schlussendlich entschieden? Es ist der Farpoint 70 von Osprey. Die folgenden Argumente für dieses Modell waren für mich ausschlaggebend:

– 55 Liter Volumen (dies zwingt mich nur das Nötigste mitzunehmen und geschickt zu packen)
– abnehmbares 15 Liter Daypack ist mit Reissverschluss integriert. Das ist genial für die Wertsachen und Tageswanderungen
– mit 2750g war er der leichteste Rucksack seiner Art
– die Träger können verstaut werden, das ist wichtig für den Transport mit dem Flugzeug
-die Öffnung erfolgt, wie bei einer Reisetasche
– Coole Farbe 🙂

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9 Gedanken zu “Vorbereitungen

  1. Mit diesem Rucksack hast du eine hervorragende Wahl getroffen. Er sieht nicht nur ansprechend aus, sondern erfüllt auch alle Wünsche für ein praktisches Reisen ohne überflüssiges Gewicht. Einfach toll! Ich habe mir natürlich auch einen Osprey zugelegt 🙂

  2. Sali Oli
    Neugierig und gespannt lese ich deine Texte. Bin schon etwas neidisch, freue mich aber für dich, was du erleben darfst. Dir geht es anscheinend gut und du erlebst viel. Supi. du kannt auch ganz schön schreiben, bewundere ich dich dafür. Bin leider im schreiben nicht so begabt. Denke viel an dich. bei mir alles ok. Hatte viel arbeit mir diesem Grossanlss der mir etwas kummer bereitete, denn die Meteo war katastophal… Jedoch war es schlussentlich gutes Wetter und es zirkulierten 1500 Leute und es war ein super erfolg und gut organisiert. Chef ist, wieder normal, aber eben schon sehr altmodisch und oft schwierig. Schauen wir mal, was es weiter bringt. Sonst meine Reitschule läuft super und habe super Kundschaft und grosse Nachfrage. Also alter Junge halte die Ohren steiff und good Luck und freue mich auf weitere New’s. Heb dir sorg und pass uf. Aus der Weite. Deine liebe Zister Flavia

  3. Hoi Olivier.
    Mit Spannung lese ich jedesmal Deine detailierten Reise-Berichte. Du schreibst ja wie ein ausgewachsener Reisejournalist, mit viel Hintergrund-Informationen, damit wir, die zu Hausegebliebenen es besser verstehen. Bravo, machst Du gut. Old Hemmingway hätte Freude an Dir.
    Ich habe auch meine Reise gebucht, aber in die entgegengesetzt Richtung.
    Othmar von Argentinien war letzte Woche bei uns und da haben wir alle Details festgelegt. Georges und ich fliegen am 28. Oktober nach Buenos Aires und von dort nach Salta ins 3 Ländereck: Argentinien, Chile und Bolivien. Von dort fahren wir auch in die über 4300 müM liegende Atacama Salzwüste. Also nicht 3 Männer im Schnee, sonder 3 Männer im Salz, dort fängt im November der Sommer an. Auf dem Rückweg bleiben wir noch 3 Tage in Rio, unsere alte Heimat.
    Vorher fliegen Mami und ich noch einige Tage an die Nordsee, weil ich wieder in Hamburg eine Sitzung habe, da lässt es sich gut verbinden.
    Gestern habe ich meine Velosaison beendet und bin wie jedes Jahr wieder um den Bodensee geradelt. Da Mami mit ihren Birder-Frauen auch am Bodensee waren, sie haben sich bei der SBB Velos gemietet und sind nach Oesterreich ans Rheindelta zum Birdwatching gefahren. Dort habe ich sie beim Mittagessen mit einer Flasche Wein und Dessert überfallen.
    Morgen gehe ich mit dem Alpenclub auf den Grossen Mythen.
    In Freienstein war letztes Weekend Dorffest, ich habe Dich aber nicht getroffen.
    Nun wünsche ich Dir noch viele interessante Erlebnisse und viele Begegnungen von interessanten Menschen.
    Enjoy life my boy!
    Your Dad

  4. Hoi Olivier.
    Mit Freude lese ich Deine Berichte und freue mich, dass es Dir gut geht und es Dir immer noch gefällt und Du hungrig bist auf Neues. Habe heute mit Ernst telefoniert, er verfolgt auch minutiöse Deine Reise und weiss genau wo Du bist und wo Du warst. Er lässt Dich herzlich grüssen. Auch Inge hat heute telefoniert und lässt vielmals grüssen. Sie bewundert Dich, dass Du so eine grosse Reise machst.
    Silvan ist mit Familie im Tessin. Kimi habe ich eine Drachen gekauft und mit ihm letzte Woche zusammen gebaut. Da gestern viel Wind war und Kimi nicht hier, habe ich alleine den Drachen steigen lassen. Er stieg mächtig hoch. Die Kühe kamen eilig zum Zaun und schauten interessiert dem Drachen zu, wie neugierige Menschen. Als dann der Drache in ein Böje kam und unverhofft über ihre Köpfe schoss, sind sie aber explosionsartig auseinander geschossen.
    Am Dienstag fahren wir für 3 Tage zum Pizol, das Haus winterfest machen.
    Dann kommt noch das Winterthurer Oktoberfest bevor wir an die Nordsee fliegen.
    Das waren die wichtigsten News aus der Heimat.
    Have fun, your Dad.

    • Hallo zäme,
      Danke vielmals für die Glückwünsche. Das freut mich, wenn meine Berichte auf Interesse stossen. Ich möchte sie in Zukunft etwas kürzer halten, denn ich komme manchmal gar nicht mehr nach mit schreiben. In Vietnam dürfte dann auch das Internet nich mehr so verbreitet sein. Wenn du in Südamerika bist, sind wir ganz schön verteilt auf der Welt. Da bin ich dann schon auf deinen Reisebericht gespannt. Von dieser Salzwüste habe ich auch schon gelesen und Bilder gesehen. Also machts gut und bis bald wieder.

      Liebe Gruess
      Oli

  5. Sali Oli
    Schön Deine Berichte zu lesen. Bin immer ganz gespannt auf die neuen Photos und Berichte. Du tönst aufgestellt und du hast dich gemacht 3.5 h anstehen für eine Bergbahn, das habe ich tatsächlich von dir noch nie gesehen, geschweige miterlebt.Normalerweise motzt du schon nach 5 min;-) . Das ist gut , du wirst geduldig auf’s Alter. War über’s W’end in St. Moritz eine Freundin besuchen. Es hatte frisch geschneit 50 cm Neuschnee. Wir machsten einen grossen Spaziergang am See. War wunderschön mit den gelben Herbstfarben, Sonne und Schnee. Ansonsten bei mir alles beim Alten. Arbeiten, Arbeiten, Arbeiten. Wünsche dir einen wunderschönen Geburi, lass es Dir gut gehen und gönn Dir etwas spezielles. Schicke dir visuelle einen Blumenstrauss und en Schokkokuchen, with swiss choclats. Eine prächtige Weiterreise und viel Geduld und pass auf dich auf. Lg deine zister Fla

    • Sali Fla,
      Danke vielmal für die Glückwünsche. Den Schoggikuchen werde ich dann gerne nächstes Jahr wieder geniessen.
      Ja in China brauchte es manchnal schon Geduld, aber ich habe ja genügend Zeit. Das ist natürlich ein ganz anderes Lebensgefühl. In Japan hat es auch viele Leute, aber die Atmosphäre ist viel relaxter. Kein Gedränge und so. Jetzt ist noch nicht mal die Hälfte meiner Reisezeit um, und ich habe schon so viel erlebt. Das ist wirklich einmalig.
      Also, arbeite nich zuviel, take it easy, und danke nochmals für die Glückwünsche.

      Liebe Grüsse
      Oli

  6. Hallo Olivier,
    zunächst alles Gute zum Jubeltage. Allerdings habe ich jetzt festgestellt: „Ich bin 1 Tag zu spät“. Wir verfolgen Deine Reiseberichte mit extremer Spannung. Ich muss Dir gestehen,
    dass ich oftmals die Landkarten zu Hilfe nehme. Klasse
    Dein Unternehmen. Wir wünschen Dir weiterhin viele erlebnis-
    reiche Zeiten bei bester Gesundheit.
    Viele Grüße Renate und Ernst

    • Lieber Ernst,
      Liebe Renate,
      Herzlichen Danke für eure Glückwünsche. Sie sind bereits bei mir angekommen und umgesetzt. Schön, dass euch meine Reiseberichte gefallen. Es werden noch weitere folgen. Die Hälfte meiner Tour ist nun schon abgelaufen, aber es ist wirklich unglaublich wieviel man in so kurzer Zeit erlebt, wenn man auf Reisen ist. Vielleicht kriegt ihr hier die eine oder andere Anregung für euer nächstes Urlaubsziel 😉

      Liebe Grüsse nach Wetzlar
      Olivier

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